Das Repertoire der Klassikgitarre stammt von zwei Arten von Komponisten: jenen, die direkt für das Instrument schrieben, und jenen, deren Musik die Gitarre sich zu eigen machte. Dieser Wegweiser versammelt die großen Namen — über vier Jahrhunderte, von der Klassik bis zu lebenden Meistern — mit kurzer Einordnung und einem Link zum ausführlichen Porträt.
Die Grundlagen des 19. Jahrhunderts
Die Gitarre wurde im 19. Jahrhundert erwachsen. Fernando Sor, der „Beethoven der Gitarre", gab ihr klassische Tiefe und die Etüden, die jeder Schüler noch lernt; Mauro Giuliani machte sie im Wien Beethovens zum brillanten Konzertinstrument. Später schrieb Francisco Tárrega — der Vater der modernen Technik — Recuerdos de la Alhambra und Capricho Árabe, und sein Schüler Miguel Llobet trug die Tradition zu Segovia.
Die spanischen Nationalisten
Zwei Pianisten schrieben nie für die Gitarre und wurden doch zentral für sie: Isaac Albéniz (Asturias) und Enrique Granados. Ihre Beschwörungen Spaniens klingen auf sechs Saiten so idiomatisch, dass die meisten Hörer sie dort entstanden glauben. (Siehe unseren Überblick zu spanischer Musik auf der Gitarre.)
Die lateinamerikanischen Stimmen
Die reichste Gitarrenmusik des 20. Jahrhunderts kam aus Amerika: der Brasilianer Heitor Villa-Lobos (Préludes und Études), der paraguayische Virtuose-Komponist Agustín Barrios (La Catedral), der Mexikaner Manuel Ponce und der argentinische Tango-Meister Astor Piazzolla.
Lebende und jüngere Meister
Der Kubaner Leo Brouwer ist der wichtigste lebende Komponist des Instruments; der französisch-tunesische Roland Dyens verschmolz es mit dem Jazz; und Carlo Domeniconis Koyunbaba ist ein moderner Klassiker.
Das geborgte Barock
Schließlich beansprucht die Gitarre die Barock-Giganten — allen voran Johann Sebastian Bach, dessen Lauten-, Cello- und Violinwerke Eckpfeiler sind, und Domenico Scarlatti, dessen spanisch gefärbte Sonaten perfekt auf die Saiten passen.
Wo man anfängt
Anfänger: Sors Etüden und Tárregas kürzere Stücke. Von dort: Spanien (Albéniz, Granados), Amerika (Barrios, Villa-Lobos) und die lebenden Meister. Ein Großteil dieser Musik ist gemeinfrei — siehe unseren Ratgeber zu Gratis-Noten.





