Wenn Tárrega der Vater der modernen Gitarrentechnik ist, dann ist Fernando Sor (1778–1839) der Komponist, der zuerst bewies, dass die Gitarre ernste Musik tragen kann. „Der Beethoven der Gitarre" genannt, brachte er dem Instrument die Eleganz, die strukturelle Souveränität und die harmonische Verfeinerung der Klassik — und schrieb Musik von solcher Güte, dass zwei Jahrhunderte später fast jeder Schüler noch von ihr lernt.
Ein europäisches Leben
In Barcelona geboren, wurde Sor teils im berühmten Kloster Montserrat ausgebildet und zeigte früh Begabung als Komponist wie als Gitarrist. Sein Leben entfaltete sich dann vor dem turbulenten Hintergrund seiner Zeit. Die Napoleonischen Kriege trieben ihn aus Spanien, und er verbrachte seine Laufbahn als gefeierter reisender Virtuose quer durch Europa — in Paris und London, wo man ihn in den Salons feierte, und sogar in Moskau und St. Petersburg, wo er Ballettmusik für den russischen Hof schrieb. Schließlich ließ er sich in Paris nieder, wo er 1839 starb. Wenige Gitarristen welcher Epoche auch immer haben ein so kosmopolitisches Leben geführt.
Die Musik
Sors Werk ist umfangreich und vielfältig, doch einige Stücke stehen in seinem Zentrum:
- Variationen über ein Thema von Mozart, op. 9 — auf einer Melodie aus der Zauberflöte errichtet, ist dies sein berühmtestes Konzertstück, brillant und charmant zugleich.
- Die Etüden (Études) — seine Etüdensammlungen, besonders die später von Segovia ausgewählten und edierten, sind das Rückgrat der Klassikgitarren-Pädagogik. Keine trockenen Übungen, sondern echte Musik, die lehrt, während sie singt.
- Grand Solo, die Fantaisies und die Sonaten — größere Werke, die seine Beherrschung der klassischen Form zeigen.
Der Lehrer im Druck
Sor schrieb auch eine der ersten ernsthaften Méthodes für die Gitarre, eine durchdachte Abhandlung darüber, wie das Instrument gespielt und verstanden werden sollte. Darin begründete er die Technik, statt sie bloß vorzuschreiben — eine intellektuelle Ernsthaftigkeit, die seiner Musik entsprach und dazu beitrug, das Ansehen der Gitarre als „echtes" Instrument in den Augen der weiteren Musikwelt zu heben.
Warum ihm jeder Schüler begegnet
Fragt man fast jeden Klassikgitarristen nach den ersten Studienjahren, fällt Sors Name. Seine Etüden sind perfekt auf den sich entwickelnden Spieler abgestuft, seine Melodien sind wirklich schön, und seine Harmonik schult das Ohr ebenso wie die Finger. Sor zu spielen heißt, die Grammatik der klassischen Gitarre aufzunehmen — genau darum hat er den Übungsraum und die Konzertbühne nie verlassen.
Wo du die Noten bekommst
Sor starb 1839, seine gesamte Musik ist also gemeinfrei und legal gratis herunterzuladen — siehe unseren Ratgeber zu Gratis-Noten für Klassikgitarre.
Häufige Fragen
Warum nennt man Sor den Beethoven der Gitarre?
Weil er der Gitarre die Tiefe, Struktur und Verfeinerung der Klassik brachte und sie auf die Ebene ernster Kunstmusik hob.
Was ist sein berühmtestes Stück?
Die Variationen über ein Thema von Mozart, op. 9; seine Etüden sind unter Gitarristen ebenso gefeiert.
Ist seine Musik kostenlos?
Ja — Sor ist gemeinfrei, seine Werke sind also legal kostenlos verfügbar.
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Werke im Detail
Dieser Artikel ist Teil unseres Repertoire-Leitfadens für die klassische Gitarre. Siehe auch Francisco Tárrega und Manuel Ponce.





