Wenige Musiker wurden von der Gitarrenwelt so vollständig geliebt wie Roland Dyens (1955–2016). Der französisch-tunesische Gitarrist und Komponist riss die Mauer zwischen der klassischen Gitarre und den Welten des Jazz, des populären Liedes und der Improvisation ein — und tat es mit so viel Charme, Witz und Wärme, dass er das Denken einer ganzen Generation über das Instrument veränderte.
Ein anderer Klassikgitarrist
Dyens wurde in der klassischen Tradition ausgebildet — er studierte beim großen Alberto Ponce in Paris und war gründlich im Repertoire geschult —, doch seine Fantasie reichte stets weiter. Er war ein begnadeter Improvisator, etwas unter Klassikgitarristen fast Unerhörtes, und eröffnete seine Konzerte bekanntlich gern mit einer spontanen Improvisation; das Programm ließ er nicht drucken, ehe er die Bühne betreten hatte. Dieser Geist der Freiheit und Überraschung durchzog alles, was er tat.
Seine Musik
- Tango en Skaï — sein berühmtestes Stück, eine geistreiche, überschwängliche Persiflage des Tangos, die weltweit zum Konzertliebling wurde.
- Saudade Nr. 3 — Teil seiner stimmungsvollen Saudade-Reihe, die brasilianisches Empfinden mit seiner eigenen harmonischen Sprache verbindet.
- Libra Sonatine — ein bedeutendes Konzertwerk, das im funkelnden Satz „Fuoco" endet.
- Seine Bearbeitungen — Dyens dachte alles neu, von französischen Chansons über Jazzstandards bis zu Villa-Lobos, stets mit dem Ohr eines Komponisten.
Die Jazz-Verbindung
Was Dyens heraushob, war die Harmonik. Er hörte die Gitarre mit den Ohren eines Jazzmusikers und füllte seine Musik mit reichen, farbigen Akkorden, synkopierten Rhythmen und einem Swing-Gefühl, das klassische Spieler selten gewagt hatten. Doch nie gab er die Disziplin seiner Ausbildung auf; die Freiheit ruhte stets auf echtem Handwerk. So entstand ein Werk, das modern und spontan wirkt, aber für die Dauer gebaut ist.
Ein geliebter Lehrer
Viele Jahre lehrte Dyens am Pariser Conservatoire (CNSMDP) und prägte eine Generation von Spielern — darunter Gitarristen mit heute großen eigenen Karrieren. Sein plötzlicher Tod 2016 wurde in der Gitarrenwelt als persönlicher Verlust empfunden, doch seine Musik und die freiere, freudigere Haltung, die er vorlebte, leben in unzähligen Spielern weiter.
Ein Hinweis zu den Noten
Da Dyens 2016 starb, steht seine Musik fest unter Urheberrecht und ist nicht gemeinfrei. Seine Werke erscheinen bei Häusern wie Henry Lemoine und Productions d'Oz; Noten sollten bei autorisierten Verlagen und Händlern gekauft werden.
Häufige Fragen
Wer war Roland Dyens?
Ein französisch-tunesischer Klassikgitarrist und Komponist (1955–2016), bekannt für die Verbindung von Klassikgitarre mit Jazz und Improvisation.
Was ist sein berühmtestes Stück?
Tango en Skaï, neben den Saudade-Stücken und der Libra Sonatine.
Sind seine Noten kostenlos?
Nein — Dyens steht noch unter Urheberrecht; kaufe seine Noten bei autorisierten Verlagen.





