Egberto Gismonti (geb. 1947) ist eine der außergewöhnlichsten musikalischen Fantasien Brasiliens — Komponist, Pianist und Autodidakt-Gitarrist, dessen Werk jede Grenze zwischen klassischer Komposition, Jazz und brasilianischer Volksmusik ablehnt.
Eine Musik ohne Grenzen
Als Kind einer sizilianischen Mutter und eines libanesischen Vaters begann Gismonti klassisches Klavierstudium und studierte später in Paris bei Nadia Boulanger. Eine prägende Zeit unter indigenen Gemeinschaften im Amazonas-Xingu vertiefte sein Engagement mit rhythmischen und tonalen Welten außerhalb der westlichen Klassik. Unfähig, ein Instrument mit der gewünschten harmonischen Reichhaltigkeit zu finden, baute er benutzerdefinierte Gitarren mit 8, 10 und schließlich 14 Saiten. Seine ECM-Aufnahme Dança das Cabeças (1977) gewann gleichzeitig Preise in Pop, Klassik und Jazz.





