Von allen großen Barockkomponisten, deren Musik Gitarristen sich zu eigen gemacht haben, fühlt sich keiner auf dem Instrument natürlicher zu Hause als Domenico Scarlatti (1685–1757). Er schrieb keine Note für die Gitarre — seine 555 Sonaten entstanden fürs Cembalo —, und doch scheinen viele von ihnen die ganze Zeit auf sechs Saiten gewartet zu haben, voller geschlagener Akkorde, schnalzender Rhythmen und der unverkennbaren Farbe Spaniens.
Ein Italiener auf der Iberischen Halbinsel
Scarlatti wurde 1685 in Neapel geboren — im selben Jahr wie Bach und Händel — in eine berühmte Musikerfamilie; sein Vater Alessandro war ein führender Opernkomponist. Die entscheidende Wendung seines Lebens kam, als er in den Dienst des portugiesischen und dann des spanischen Königshofs trat und die Prinzessin Maria Barbara unterrichtete, die Königin von Spanien wurde. Den Rest seines Lebens verbrachte er auf der Iberischen Halbinsel, und sie verwandelte seine Musik vollkommen.
Der Klang Spaniens
In Spanien lebend, sog Scarlatti die Klänge um sich auf — die geschlagenen Akkorde der spanischen Gitarre, die Rhythmen von Flamenco und Volkstanz, sogar das Aneinanderreiben von Tönen, das die offenen gegen die gegriffenen Saiten der Gitarre nachahmt. All dies goss er in seine Cembalosonaten, und genau darum übertragen sie sich so schön zurück auf die Gitarre. Wenn ein Gitarrist Scarlatti spielt, gibt er die Musik gewissermaßen einer ihrer ursprünglichen Inspirationen zurück.
Die Sonaten, die Gitarristen lieben
Jede Scarlatti-Sonate ist ein einzelner, kompakter Satz, meist in zwei wiederholten Hälften, und sie reichen von sanft und gesanglich bis brillant und feurig. Zu den Favoriten für Gitarre zählen die lyrische Sonate E-Dur K. 380, die singende K. 208 sowie energiegeladene, tänzerische Sonaten wie K. 322 und K. 391. Auf der Gitarre gespielt, erwachen ihre Klarheit der Linie und ihr rhythmischer Schwung auf frische Weise.
Wie schwer sind sie?
Das variiert. Manche Sonaten liegen im Bereich eines soliden Mittelstufenspielers, andere verlangen beträchtliche Beweglichkeit und saubere Artikulation. Alle erfordern ein Gespür für barocken Stil — knappe Verzierungen, klare Stimmführung und einen beschwingten, tänzerischen Rhythmus. Wunderbare Musik, um Kontrolle und Eleganz zu entwickeln.
Wo du die Noten bekommst
Scarlatti starb 1757, seine Musik ist also gemeinfrei und Gitarrentranskriptionen sind legal gratis — siehe unseren Ratgeber zu Gratis-Noten für Klassikgitarre.
Häufige Fragen
Hat Scarlatti für die Gitarre geschrieben?
Nein — er schrieb 555 Sonaten fürs Cembalo, doch viele übertragen sich wunderbar auf die Gitarre.
Warum passt seine Musik zur Gitarre?
In Spanien lebend, nahm er die Klänge der spanischen Gitarre und des Flamenco auf, die seine Sonaten durchziehen.
Sind seine Noten kostenlos?
Ja — Scarlatti ist gemeinfrei, und Transkriptionen sind frei verfügbar.
Lies über Bach auf der Gitarre, oder sieh dir unsere klassischen Gitarren an →





