Als Andrés Segovia daranging, ein ernsthaftes modernes Repertoire für die Gitarre aufzubauen, wandte er sich an die Komponisten, die er am meisten bewunderte — und wenige gaben ihm mehr als der Mexikaner Manuel Ponce (1882–1948). Ihre jahrzehntelange Freundschaft brachte einige der reichsten und ehrgeizigsten Gitarrenwerke des 20. Jahrhunderts hervor und machte Ponce zu einer der wesentlichen Stimmen des Instruments.
Der Vater der mexikanischen Konzertmusik
Ponce wird oft als Begründer der modernen mexikanischen Konzertmusik bezeichnet. In Mexiko und dann in Europa ausgebildet — in Bologna und Berlin, später in Paris, wo er bei Paul Dukas studierte —, verband er eine gründliche europäische Technik mit einer tiefen Liebe zum mexikanischen Volkslied. Seine berühmte Melodie Estrellita wurde so populär, dass viele sie für ein traditionelles Lied hielten statt für das Werk eines lebenden Komponisten. Doch durch Segovia wurde sein Name untrennbar mit der Gitarre verbunden.
Die Partnerschaft mit Segovia
Für Segovia schrieb Ponce ein bemerkenswertes, stilistisch weit gespanntes Werk. Manche Stücke blicken liebevoll auf frühere Epochen zurück — am berühmtesten eine Suite, die Ponce „im Stil" des barocken Lautenisten Sylvius Leopold Weiss komponierte und mit der er die Musikwelt eine Zeit lang glauben machte, es handle sich um eine echte Wiederentdeckung. Andere sind ganz romantisch oder modern. Diese Bandbreite war Absicht: Komponist und Interpret bauten gemeinsam eine ganze Bibliothek für ein Instrument auf, dem eine solche gefehlt hatte.
Seine zentralen Werke
- Variationen über „Folía de España" und Fuge — ein gewaltiger, großartiger Variationszyklus, einer der Gipfel des Gitarrenrepertoires.
- Sonata III und Sonata Romántica — groß angelegte Werke von echter sinfonischer Ambition.
- Sonatina Meridional und Sonata Mexicana — durchdrungen von den Farben und Rhythmen Mexikos.
- Concierto del Sur — sein Gitarrenkonzert, für Segovia geschrieben.
Sein Stil
Was dieses vielfältige Werk eint, sind Handwerk und Wärme. Ponce hatte eine Gabe für lange, singende Melodien und reiche Harmonik, und selbst seine anspruchsvollsten Stücke sind zutiefst dankbar zu spielen. Seine Musik verlangt einen singenden Ton und ein Gespür für Architektur — die Fähigkeit, eine große Struktur zu formen, ohne je den Faden der Melodie zu verlieren.
Wo du die Noten bekommst
Ponce starb 1948; in Ländern mit 70-jähriger Schutzfrist (darunter die EU) ist seine Musik inzwischen gemeinfrei — siehe unseren Ratgeber zu Gratis-Noten für Klassikgitarre. Andernorts gilt die jeweilige Frist; einige Ausgaben stehen weiter unter Verlagsrecht.
Häufige Fragen
Wer war Manuel Ponce?
Ein mexikanischer Komponist (1882–1948), oft Vater der modernen mexikanischen Konzertmusik genannt und eine Schlüsselfigur des Gitarrenrepertoires.
Was verbindet ihn mit Segovia?
Segovia war sein enger Freund und Förderer; Ponce schrieb einen Großteil seiner Gitarrenmusik für ihn.
Was ist sein berühmtestes Gitarrenwerk?
Die Variationen über „Folía de España" und Fuge, neben seinen Sonaten und dem Concierto del Sur.
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Werke im Detail
Dieser Artikel ist Teil unseres Repertoire-Leitfadens für die klassische Gitarre. Siehe auch Fernando Sor und Mario Castelnuovo-Tedesco.





