Die 15 größten klassischen Gitarristen aller Zeiten – Ranking
Wer sind die größten klassischen Gitarristen aller Zeiten? Kaum eine Frage löst unter Gitarrenliebhabern lebhaftere Debatten aus. Von den Visionären, die die Gitarre aus dem Salon in die Konzertsäle der Welt trugen, bis zu den heutigen Virtuosen, die das Instrument neu definieren – diese Liste versammelt jene Spieler, deren Kunst die Geschichte der klassischen Gitarre geprägt hat. Ob du gerade erst anfängst oder das Instrument seit Jahrzehnten verfolgst: Diese Namen solltest du kennen.
Warum ein Ranking sinnvoll ist – und warum nicht
Jedes Ranking der besten klassischen Gitarristen ist zwangsläufig subjektiv. Technik, Klang, Repertoire, historische Wirkung und emotionale Tiefe sind alle legitime Maßstäbe – und keine zwei Hörer gewichten sie gleich. Was sich sagen lässt: Bestimmte Spieler haben den Verlauf des Instruments verändert. Genau das feiert diese Liste. Die Reihenfolge orientiert sich grob an historischem Einfluss, dann an Diskografie und anhaltender Wirkung – aber wir ermutigen dich, jedem Namen hier nachzugehen und dir dein eigenes Urteil zu bilden.
Die Gründerväter
1. Andrés Segovia (1893–1987)
Keine Gestalt überragt die klassische Gitarre mehr als Andrés Segovia. In Linares, Spanien geboren, gilt er weithin als Vater der modernen klassischen Gitarre. Zu einer Zeit, als die Gitarre als Volksmusik- oder Saloninstrument galt, trug Segovia sie in die großen Konzertsäle der Welt und überzeugte Komponisten – darunter Manuel Ponce, Mario Castelnuovo-Tedesco und Heitor Villa-Lobos – ernsthafte Werke für sie zu schreiben. Er entwickelte auch wesentliche Teile der Rechtstechnik und Fingersatztradition, die Schüler bis heute erlernen. Seine Transkriptionen von Bach, Händel und anderen Barockmeistern erschlossen dem Repertoire eine völlig neue Dimension.
Tauche tiefer in das Repertoire ein, das er champagnte: Bach auf der klassischen Gitarre und Villa-Lobos auf der klassischen Gitarre.
2. Julian Bream (1933–2020)
Julian Bream war wohl der vielseitigste Saitenspieler des zwanzigsten Jahrhunderts. Der englische Gitarrist und Lautenist brachte intellektuelle Neugier und eine außergewöhnliche Ausdrucksbreite in alles ein, was er anrührte – von Renaissancelaute bis zu neu in Auftrag gegebenen Werken von Benjamin Britten, Hans Werner Henze und William Walton. Breams Klang war wärmer und kantabler als bei vielen Zeitgenossen, und seine Aufnahmen gelten bis heute als Maßstab. Er gehört zu den wenigen Gitarristen, deren Vermächtnis zwei vollständig beherrschte Instrumente umspannt – Laute und Gitarre.
Unser ausführliches Porträt: Julian Bream – Klassischer Gitarrist.
3. John Williams (geb. 1941)
Der australisch-britische Gitarrist John Williams studierte bei Segovia an der Accademia Musicale Chigiana in Siena und wurde rasch als einer der technisch vollkommensten klassischen Gitarristen überhaupt anerkannt. Seine Klangklarheit, die Gleichmäßigkeit seines Anschlags und die Fähigkeit, lange musikalische Bögen zu halten, machen seine Aufnahmen von Rodrigo, Bach und Scarlatti zu meistgehörten Referenzaufnahmen des Genres. Williams hat sich nie auf den klassischen Kanon beschränkt: Er arbeitete mit Jazzmusikern zusammen, spielte brasilianische Musik und erkundete mit dem Ensemble Sky die Musikkulturen der Welt. Diese Offenheit hat sein klassisches Spiel nur vertieft.
Zum berühmtesten Werk, das er bekannt machte: Concierto de Aranjuez.
4. Narciso Yepes (1927–1997)
Der spanische Gitarrist Narciso Yepes ist vor allem für seine Förderung der zehnsaitigen Gitarre bekannt, für die er sich ab den 1960er-Jahren einsetzte. Indem er vier zusätzliche Basssaiten hinzufügte, die sympathetisch mitschwingen sollten, löste Yepes eine langjährige klangliche Einschränkung des Standardinstruments und eröffnete neue Möglichkeiten für Transkriptionen der Renaissance und des Barock. Seine Interpretation von Rodrigos Concierto de Aranjuez – eingespielt für einen Film 1953 – war die Aufnahme, die das Konzert einem weltweiten Publikum bekannt machte.
Die Grammy-Generation
5. David Russell (geb. 1953)
Der in Schottland geborene David Russell ist einer der beliebtesten klassischen Gitarristen der Gegenwart. Sein Grammy Award 2004 als Bestes Klassisches Instrumentalsolo – für das Album Aire Latino – war eine wegweisende Anerkennung für das Instrument. Russells Spiel wird für seinen Wärme, seinen gesanglichen Ton und seine tiefe Musikalität gefeiert. Er studierte an der Royal Academy of Music in London und hat Jahrzehnte damit verbracht, auf der ganzen Welt aufzutreten und zu unterrichten. Viele betrachten seine Aufnahmen als Musterbeispiele dafür, wie die klassische Gitarre in den richtigen Händen klingen kann.
Unser ausführliches Profil: David Russell – Klassischer Gitarrist.
6. Pepe Romero (geb. 1944)
Pepe Romero ist das bekannteste Mitglied der Romero-Familie, der legendären spanisch-amerikanischen Gitarrendynastie. Er hat mit praktisch jedem bedeutenden Orchester und Dirigenten der Welt gespielt und aufgenommen, und seine Einspielungen des spanischen Repertoires – Rodrigo, de Falla, Albéniz – sind definitive Referenzen. Romero ist auch ein leidenschaftlicher Förderer neuer Musik und hatte Werke von Rodrigo, Castelnuovo-Tedesco und anderen für ihn komponiert. Sein großer, resonanter Klang und seine Fähigkeit, in jedem Saal zu projizieren, machen ihn zu einem der großen Kommunikatoren auf der klassischen Bühne.
7. Paco de Lucía (1947–2014)
Keine Liste der größten klassischen Gitarristen wäre vollständig ohne Paco de Lucía – auch wenn viele ihn vornehmlich als Flamenco-Meister einordnen würden. Geboren als Francisco Gustavo Sánchez Gómez in Algeciras, Spanien, verwandelte er den Flamenco von einer traditionellen Volkskunst in eine globale Konzertmusik. Seine Technik – besonders seine blitzschnellen Picado-Läufe und aufwendigen Rasgueados – beeinflusste jeden Gitarristen, der nach ihm kam, unabhängig vom Genre.
Entdecke mehr über Flamencogitarren bei Siccas Guitars: Flamenco-Gitarren.
Die modernen Meister
8. Ana Vidović (geb. 1980)
Die kroatische Gitarristin Ana Vidović ist eine der begabtesten Spielerinnen ihrer Generation. Sie begann schon als Kind öffentlich aufzutreten und gewann bedeutende internationale Wettbewerbe, bevor sie ihr Studium am Peabody Conservatory abschloss. Ihr Spiel zeichnet sich durch einen präzisen, strahlenden Ton, herausragende technische Gewandtheit und die Fähigkeit aus, den emotionalen Bogen eines Werks mit vollkommener Klarheit zu kommunizieren.
Mehr erfahren: Ana Vidović – Klassische Gitarristin.
9. Die aktuelle Generation
Die heute aktive Generation klassischer Gitarristen steht auf den Schultern der oben genannten Pioniere. Unter den Spielerinnen und Spielern, die bei Siccas Guitars aufgetreten sind und aufgenommen haben, verdienen drei besondere Erwähnung:
Karlijn Langendijk ist eine niederländische Gitarristin, die für ihre verfeinerte Musikalität und Ausdruckstiefe gefeiert wird. Ihre Auftritte bei Siccas Guitars zeigen, warum sie als eine der überzeugendsten Stimmen unter den jüngeren Spielern gilt.
Alexandra Whittingham ist eine britische Gitarristin, die für ihre intelligente Programmgestaltung und ihren warmen, nuancierten Ton bekannt ist. Sie verbindet technische Exzellenz mit echtem musikalischem Geschichtenerzählen.
Marcin Dylla ist ein polnischer Gitarrist und mehrfacher Gewinner internationaler Wettbewerbe, dessen technisches Können und interpretative Intelligenz ihm einen Ruf als einen der besten Gitarristen der Welt eingebracht haben.
Die romantischen Visionäre
10. Francisco Tárrega (1852–1909)
Francisco Tárrega war der Komponist und Gitarrist, der die Romantik und die moderne klassische Gitarre miteinander verband. Er entwickelte die Technik, die Gitarre auf dem linken Oberschenkel abzustützen – den Ansatz, den heute fast alle klassischen Gitarristen verwenden – und er komponierte Stücke, die bis heute zum Kernrepertoire gehören. Recuerdos de la Alhambra, Capricho Árabe und Lágrima werden von Schülern und Profis gleichermaßen gespielt.
Erkunde seine bekanntesten Werke: Recuerdos de la Alhambra, Capricho Árabe und unser vollständiges Profil: Francisco Tárrega.
11. Fernando Sor (1778–1839)
Fernando Sor war der führende Gitarrist-Komponist des frühen neunzehnten Jahrhunderts. Seine Etüden bilden bis heute das Fundament der klassischen Gitarrenpädagogik, und seine Sonaten und Fantasien gehören zu den frühesten bedeutenden Konzertstücken, die eigens für die Gitarre geschrieben wurden.
Mehr dazu: Fernando Sor auf der klassischen Gitarre.
12. Mauro Giuliani (1781–1829)
Der italienische Gitarrist und Komponist Mauro Giuliani war einer der gefeiertsten Musiker Wiens im frühen neunzehnten Jahrhundert und trat neben Beethoven und anderen Größen auf. Seine drei Gitarrenkonzerte, seine umfangreiche Kammermusik und seine technischen Studien halfen dabei, die Gitarre als ernsthaftes Konzertinstrument zu etablieren.
Mehr erfahren: Mauro Giuliani auf der klassischen Gitarre.
13. Agustín Barrios Mangoré (1885–1944)
Der paraguayische Gitarrist und Komponist Agustín Barrios Mangoré war einer der produktivsten und originellsten Komponisten-Gitarristen des zwanzigsten Jahrhunderts. Er schrieb mehr als dreihundert Werke für das Instrument und war einer der ersten Gitarristen, der kommerzielle Aufnahmen machte. Sein Meisterwerk La Catedral gehört zu den meistgespielten und -aufgenommenen Stücken des Repertoires.
Entdecke mehr: Agustín Barrios auf der klassischen Gitarre und La Catedral.
14. Heitor Villa-Lobos (1887–1959)
Der brasilianische Komponist Heitor Villa-Lobos schrieb einige der wichtigsten Werke des klassischen Gitarrenrepertoires, darunter die zwölf Études und fünf Préludios, die zum Kernbestand jedes fortgeschrittenen Gitarristen gehören. Villa-Lobos war ein enger Freund von Segovia, und viele dieser Werke entstanden in direkter Zusammenarbeit mit ihm.
Mehr dazu: Villa-Lobos auf der klassischen Gitarre.
15. Die Instrumentenbauer hinter dem Klang
Großes Spiel verlangt ein großes Instrument. Die Gitarristen auf dieser Liste spielten auf Instrumenten der feinsten Luthiers der Geschichte – von Antonio Torres, der im neunzehnten Jahrhundert die Dimensionen der modernen Gitarre festlegte, über Hermann Hauser I., der Segovias berühmte Gitarre von 1937 baute, bis zu den großen spanischen Werkstätten wie José Ramírez.
Entdecke feine klassische Gitarren bei Siccas Guitars: Klassische Gitarren, José Ramírez Gitarren und Hermann Hauser I.
Was macht einen klassischen Gitarristen groß?
Blickt man auf diese fünfzehn Namen, kehren bestimmte Qualitäten immer wieder: ein außergewöhnliches Gehör für Klangfarbe, die technische Kontrolle, jede musikalische Absicht umzusetzen, die intellektuelle Tiefe, Jahrhunderte von Repertoire zu interpretieren, und die persönliche Stimme, um alte Musik lebendig wirken zu lassen.
Wenn du dein eigenes Spiel vertiefen möchtest, beginne mit dem grundlegenden Repertoire: Berühmte klassische Gitarrenstücke. Für Orientierung auf deinem Lernweg lies Wie lange dauert es, klassische Gitarre zu lernen. Und wenn dich die Entwicklung des Instruments interessiert, entdecke Die Geschichte der klassischen Gitarre.
Finde deinen eigenen größten Gitarristen
Die größten klassischen Gitarristen sind keine geschlossene Liste. Jede Generation fügt neue Stimmen hinzu, und das Instrument entwickelt sich weiter. Stöbere in unserer vollständigen Übersicht der großen klassischen Gitarristen und entdecke mehr Künstlerinnen und Künstler. Wenn du bereit bist, den nächsten Schritt in deiner eigenen Gitarrenreise zu machen, findest du hier unsere Auswahl an klassischen Gitarren.





