Wenn Andrés Segovia die Gitarre zum Konzertinstrument machte, dann machte Julian Bream (1933–2020) sie abenteuerlustig. Der englische Gitarrist und Lautenist war einer der überragenden Musiker seiner Zeit, und er gelang zweierlei, was kaum jemand sonst schaffte: Er erweckte die Laute neu zum Leben und überzeugte die großen Komponisten seiner Zeit, wegweisende neue Musik für die Gitarre zu schreiben.
Ein englisches Original
Bream wuchs in London auf und wurde teils von Segovias Aufnahmen inspiriert, ging aber weitgehend seinen eigenen Weg und entwickelte einen Klang und eine musikalische Persönlichkeit ganz für sich — erdiger, wagemutiger und rhythmisch lebendiger als der vorherrschende Stil. Neben der Gitarre nahm er die Laute auf, wurde zur führenden Figur ihrer Wiederbelebung im 20. Jahrhundert und gründete das Julian Bream Consort, um Renaissancemusik auf historischen Instrumenten zu spielen.
Ein neues Repertoire anregen
Breams wichtigstes Erbe ist, wie zuvor bei Segovia, die Musik, die er ins Leben rief. Er regte bedeutende Werke führender Komponisten an und führte sie uraufführend ein, darunter Benjamin Brittens Nocturnal after John Dowland — oft als das größte Gitarrenstück des 20. Jahrhunderts angesehen —, William Waltons Five Bagatelles und Werke von Lennox Berkeley, Malcolm Arnold, Hans Werner Henze und Tōru Takemitsu. Wo Segovia romantische und spanische Idiome bevorzugt hatte, öffnete Bream die Gitarre für die ernste zeitgenössische Musik seiner Zeit.
Die Gitarren, die er spielte
Breams Instrumente waren zentral für seinen Klang. Er spielte feine Gitarren, darunter eine Hauser und Instrumente des spanisch-englischen Bauers José Romanillos, der gefeierte Gitarren für ihn baute. Seine Partnerschaft mit seinen Bauern und sein forderndes Ohr für den Ton beeinflussten eine Generation von Gitarrenbauern.
Aufnahmen und Partnerschaft
Als produktiver Aufnahmekünstler hinterließ Bream eine riesige Diskografie über Laute, spanisches Repertoire, Bach und die neue britische Musik. Er bildete auch ein gefeiertes Duo mit John Williams — die zwei größten Gitarristen ihrer Generation Seite an Seite. Seine Aufnahmen bleiben ein Maßstab an Intelligenz und Charakter.
Sein Vermächtnis
Bream zeigte, dass die Klassikgitarre zugleich zutiefst historisch — zurück bis zur Laute und zu Dowland — und kühn modern sein kann. Er erweiterte, was das Instrument spielt und wie ausdrucksvoll es gespielt werden kann. Für viele Gitarristen ist er das Vorbild des vollständigen, neugierigen, furchtlosen Musikers.
Häufige Fragen
Wofür war Julian Bream bekannt?
Als einer der großen Gitarristen des 20. Jahrhunderts, für die Wiederbelebung der Laute und für die Anregung großer neuer Gitarrenwerke wie Brittens Nocturnal.
Welche Gitarren spielte er?
Feine Instrumente, darunter eine Hauser und Gitarren von José Romanillos, der gefeierte Gitarren für ihn baute.
Nahm er mit John Williams auf?
Ja — Bream und John Williams bildeten ein berühmtes Gitarrenduo.





