Dieser Überblick ist Teil unseres Leitfadens zum wichtigsten Konzertgitarren-Repertoire.
Kein Komponist steht dem Herzen des Gitarrenrepertoires näher als Johann Sebastian Bach (1685–1750) – und das, obwohl Bach keine einzige Note für die moderne Gitarre geschrieben hat. Seine Musik erreicht das Instrument über Bearbeitungen, und kaum etwas zeigt die Tiefe einer Gitarre so deutlich wie ein Bach'sches Präludium oder eine Fuge auf sechs Nylonsaiten. Dieser Überblick zeigt den Bach, den Gitarristinnen und Gitarristen tatsächlich spielen – mit Aufnahmen, die bei Siccas Guitars von führenden Interpreten unserer Zeit gefilmt wurden.
Warum Bach zur Gitarre passt
Bach schrieb für Instrumente, die – wie die Gitarre – Melodie, Bass und Harmonie zugleich tragen: die Laute, die Solovioline, das Solocello. Genau dieses in sich geschlossene, mehrstimmige Schreiben liegt der Gitarre am besten – ein einzelner Spieler kann schreitenden Bass, Mittelstimme und singende Melodie gleichzeitig halten. Deshalb überträgt sich seine Solo- und Lautenmusik so natürlich auf die Gitarre wie kaum ein anderes Barockrepertoire, und klingt besonders vollständig auf Instrumenten mit warmer Zederndecke oder klarer, tragfähiger Fichtendecke.
Die Lautenwerke (BWV 995–1000 und 1006a)
Bachs der Laute zugeordnete Musik ist die direkteste Brücke zur Gitarre. Das Preludio, Fuge und Allegro BWV 998 ist ein Grundstein – wobei die ursprüngliche Bestimmung umstritten ist, da Bach es wohl für Laute oder Lautencembalo und nicht für die heutige Gitarre konzipierte. Hör, wie zwei Interpreten seine Ecksätze formen:
Die Violinwerke – und die Chaconne
Bachs Sonaten und Partiten für Solovioline (BWV 1001–1006) haben der Gitarre einige ihrer größten Herausforderungen geschenkt. Der Gipfel ist die Chaconne, der Schlusssatz der Partita Nr. 2 in d-Moll (BWV 1004) – ein rund fünfzehnminütiger Variationszyklus, der weithin als eines der größten je für ein Soloinstrument geschriebenen Werke gilt.
Auch die Fuge aus der Sonate Nr. 1 (BWV 1001) und die einzelnen Tanzsätze der Partiten sind zugänglichere Einstiege in dieselbe Solo-Sprache.
Die Cello-Suiten
Bachs sechs Cello-Suiten (BWV 1007–1012) werden von Gitarristen geliebt. Das Präludium der Ersten Suite – original in G-Dur, auf der Gitarre meist in D gespielt – zählt zu den bekanntesten Melodien der Musikgeschichte und liegt wunderbar in der Hand.
Klaviermusik, neu gedacht
Gitarristen bedienen sich auch bei Bachs Klavierwerken. Die Aria aus den Goldberg-Variationen (BWV 988) wird auf der Gitarre zu einer intimen, liedhaften Meditation.
Vertiefen: die Schlüsselwerke im Detail
Drei Werke verdienen einen genaueren Blick – zu jedem haben wir einen eigenen Artikel:
- Bachs Chaconne (BWV 1004) auf der Gitarre – der Everest des Repertoires.
- Das Präludium der ersten Cello-Suite (BWV 1007) – der beliebteste Einstieg.
- Preludio, Fuge und Allegro BWV 998 – Bachs Mehrstimmigkeit auf sechs Saiten.
Womit du anfangen solltest
Für den Einstieg eignen sich das kürzere Präludium BWV 999 und das Präludium der ersten Cello-Suite – beide zugänglich und zutiefst lohnend. Von dort öffnet das Preludio, Fuge und Allegro BWV 998 Bachs mehrstimmige Welt, und die Chaconne wird zum Lebensziel, das Gitarristen immer wieder ins Übezimmer zurückführt.
Jedes Instrument unserer Sammlung wird in einem professionellen Video-Review gefilmt, sodass du genau hörst, wie eine feine Gitarre Bach zum Leben erweckt, bevor du eine Note spielst. Entdecke unsere Konzertgitarren und teste eine 14 Tage zu Hause.





