„It's about the touch." Irina Kulikova hat diesen Satz wie ein Motto verwendet, und er sagt genau, worauf man hören soll. Bei allen Preisen und der frühreifen Karriere bleibt dem Publikum vor allem die Qualität ihres Klangs im Ohr — ein Ton von ungewöhnlicher Rundheit und Wärme, geformt von einer Spielerin, die das Berühren der Saite als Herzstück der ganzen Kunst behandelt. 1982 in Russland geboren und seit vielen Jahren in den Niederlanden lebend, ist sie zu einer der bewundertsten Gitarristinnen ihrer Generation geworden.
Ein Wunderkind aus dem Ural
Kulikova wurde am 30. April 1982 in Tscheljabinsk geboren, einer Industriestadt im Südural. Musik lag in der Familie — ihre Mutter ist die Cellistin Vinera Kulikova —, und unter deren Anleitung und der des Gitarristen und Komponisten Victor Kozlov entwickelte sie sich von frühester Kindheit an, mit fünf an Klavier und Gitarre zugleich. Mit acht gab sie ihre ersten Gitarrenauftritte, mit zwölf war sie ein echter Kinderstar, der durch Russland tourte und bei Festivals in Europa auftrat. Kozlov, der vor allem Erwachsene unterrichtete, hat gesagt, sie sei sein erster junger Schüler gewesen.
Eine gesamteuropäische Ausbildung
Wenige Gitarristen haben so breit studiert. Kulikova schloss mit Auszeichnung an drei bedeutenden europäischen Institutionen ab — der Gnessin-Akademie in Moskau, der Universität Mozarteum in Salzburg und dem Konservatorium Maastricht — und arbeitete dabei mit Lehrern wie Marco Tamayo und Carlo Marchione, erweiterte sich zudem in die Barockmusik und sogar zur Barocklaute. Das Ergebnis ist eine Künstlerin, die im russischen, spanischen, barocken und romantischen Repertoire gleichermaßen zu Hause ist.
Mehr als dreißig Preise
Ihre Wettbewerbsbilanz ist beeindruckend: über dreißig Auszeichnungen, darunter erste Preise bei einigen der renommiertesten Ereignisse der Gitarrenwelt — dem Michele-Pittaluga-Wettbewerb in Italien, dem Alhambra-Wettbewerb in Spanien, dem Forum Gitarre Wien in Österreich und dem Wettbewerb in Iserlohn in Deutschland. Diesen Erfolg hat sie auf die großen Bühnen getragen und unter anderem im Amsterdamer Concertgebouw, im Tschaikowski-Saal in Moskau, im Palau de la Música in Valencia sowie in Konzertsälen in Tokio und Shanghai gespielt.
Auf Tonträger — und zur Gesundheit
Seit 2007 in den Niederlanden ansässig, wo sie auch unterrichtet, hat Kulikova sieben Alben aufgenommen, mehrere davon produziert vom Grammy-Preisträger Norbert Kraft. Sie hat zudem offen über die Genesung von einer spielbedingten Verletzung gesprochen und diese schwierige Erfahrung in ein breiteres Bewusstsein für die Gesundheit von Musikern verwandelt — eine Großzügigkeit, die zur Wärme ihres Spiels passt. Ihr Repertoire reicht von Legnani und Bach bis zu Tárrega und darüber hinaus — und kehrt stets zu jenem singenden, sorgfältig geführten Ton zurück, der unverkennbar der ihre ist.
Häufige Fragen
Woher kommt Irina Kulikova?
Sie wurde 1982 in Tscheljabinsk, Russland, geboren und lebt seit 2007 in den Niederlanden.
Bei wem studierte sie?
Bei Victor Kozlov in Russland und später unter anderem bei Marco Tamayo und Carlo Marchione in Salzburg, Moskau und Maastricht.
Wie viele Alben hat sie aufgenommen?
Sieben, mehrere davon produziert vom Grammy-Preisträger Norbert Kraft.





