Andrés Segovia | Klassischer Gitarrist – Profil & Videos
Andrés Segovia Torres (21. Februar 1893 – 2. Juni 1987) wurde in Linares, Jaén, Spanien geboren. Als vollständiger Autodidakt — er besuchte nie ein Konservatorium — entwickelte er eine Technik und einen Klang, die den Standard der klassischen Gitarre im zwanzigsten Jahrhundert definierten. Sein Pariser Debüt 1924 öffnete ihm die Türen der europäischen Konzertwelt; sein New Yorker Debüt 1928 machte ihn zu einer international anerkannten Persönlichkeit. Über eine Karriere von mehr als sieben Jahrzehnten verwandelte Segovia die Gitarre von einem Saloninstrument in ein ernsthaft respektiertes Konzertinstrument.
Segovia handelte dabei nicht allein. Er beauftragte aktiv neue Werke, überzeugte Komponisten, die noch nie für die Gitarre geschrieben hatten, das Instrument ernst zu nehmen, und baute ein Repertoire auf, wo zuvor kaum eines existiert hatte. Außerdem transkribierte er ein umfangreiches Werkkorpus — Bach, Händel, Scarlatti — für Sologitarre und gab dem Instrument damit eine historische Tiefe, die ihm zuvor gefehlt hatte. Die vollständige Lebensgeschichte findest du in der Andrés Segovia – Vollständigen Biographie →
Wichtigste Errungenschaften
- Autodidakt — entwickelte seine Technik vollständig außerhalb des Konservatoriumssystems
- Paris-Debüt 1924; New York-Debüt 1928 — etablierte die Gitarre auf der internationalen Konzertbühne
- Beauftragte bedeutende Werke von Federico Moreno Torroba, Manuel Ponce, Heitor Villa-Lobos und Mario Castelnuovo-Tedesco
- Transkriptionen von Werken Bachs, Händels und Scarlattis für Sologitarre — heute Kernbestand des klassischen Gitarrenrepertoires
- Karriere über mehr als sieben Jahrzehnte, Auftritte bis ins hohe Alter
- Grammy Lifetime Achievement Award, 1986
Seine Gitarren
1937 erhielt Segovia eine Gitarre von Hermann Hauser I — ein Instrument, das er als „die größte Gitarre seiner Epoche" bezeichnete. Diese Hauser war jahrzehntelang seine bevorzugte Konzertgitarre und bleibt eine der bekanntesten Verbindungen zwischen Gitarrenbauer und Interpret in der Geschichte des Instruments. Ab etwa 1969 spielte er eine Gitarre von José Ramírez, einem weiteren Namen, der untrennbar mit dem spanischen Gitarrenbau verbunden ist.
Wenn dich die Meister interessieren, die die Konzertgitarre geprägt haben, schau dir unsere Auswahl an klassischen Gitarren an oder entdecke Instrumente von Hermann Hauser I und José Ramírez.
Seine bekanntesten Schüler
Segovia unterrichtete während seiner gesamten Karriere Meisterkurse, und mehrere seiner Schüler wurden selbst zu prägenden Figuren:
- John Williams — studierte bei Segovia und wurde einer der meistaufgenommenen klassischen Gitarristen des zwanzigsten Jahrhunderts
- Oscar Ghiglia — italienischer Gitarrist, der Segovias Ansatz in seine eigene internationale Karriere und Lehrtätigkeit trug
- Christopher Parkening — amerikanischer Gitarrist, weithin als einer der Besten seiner Generation angesehen
- Alirio Díaz — venezolanischer Gitarrist, der die Segovia-Tradition mit südamerikanischem Repertoire verband
Was Segovia dauerhaft verändert hat, erfährst du in Andrés Segovia – Sein Vermächtnis & die Gitarre vor und nach ihm →





