José Luis Romanillos - 1979 - La Diez Y Ocho No. 571
José Luis Romanillos - 1979 - La Diez Y Ocho No. 571
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Über den Gitarrenbauer
José Luis Romanillos Vega wurde 1932 in Madrid geboren, wo er im Alter von dreizehn Jahren eine Ausbildung zum Möbeltischler begann. 1956 zog er nach England, um in einem Krankenhaus in Epsom zu arbeiten, kurz darauf auch in London. In dieser Zeit baute er 1961 seine erste spanische Gitarre.
Ermutigt vom englischen Gitarristen Julian Bream eröffnete Romanillos 1970 eine Gitarrenbauwerkstatt im Dorf Semley in Wiltshire. Seine Gitarren werden seither weltweit von Musikern wegen ihrer klanglichen Qualität und ästhetischen Ausgewogenheit geschätzt. Romanillos strebte nach Klarheit, harmonischem Gleichgewicht und dem, was er als den schwer fassbaren „spanischen Klang“ bezeichnete – Eigenschaften, die er durchweg mit großer Konsequenz in seinen Instrumenten verwirklichte.
Die britische Zeitung The Daily Mail bezeichnete ihn einst als „den Stradivari der Gitarre“, und das italienische Magazin Sei Corde nannte ihn „den bedeutendsten lebenden Zupfinstrumentenbauer“. Neben dem Bau von Gitarren hielt Romanillos Vorträge und Seminare über Gitarrenbau und Instrumentenkunde und leitete Kurse in verschiedenen Ländern. Zudem forschte und publizierte er zur Geschichte und Entwicklung der spanischen Gitarre und der vihuela de mano.
Zehn Jahre lang war er Mitglied des Crafts Council of Great Britain. Ab 1995 lebte er in Guijosa, einem kleinen ländlichen Ortsteil von Sigüenza in der Provinz Guadalajara, Spanien. Gemeinsam mit seiner Frau Marian veröffentlichte er 2002 das Referenzwerk The Vihuela de Mano and the Spanish Guitar, ein umfassendes Lexikon spanischer Zupfinstrumenten- und Gitarrenbauer.
Über die Gitarre
„La Diez y Ocho“, mit der Seriennummer 571, ist ein Schlüsselwerk im Œuvre von José Luis Romanillos. Sie wurde 1979 gebaut und erhielt ihren Namen – „Die Achtzehn“ – anlässlich des 18. Geburtstags seines Sohnes Ignacio. Die mit 5 beginnende Seriennummer weist darauf hin, dass diese Gitarre auf Grundlage einer plantilla nach einem Modell von Hermann Hauser I aus dem Jahr 1930 gebaut wurde, das Romanillos wegen seiner ausgewogenen Proportionen und klanglichen Ausgewogenheit sehr schätzte.
Diese Gitarre besitzt eine herausragende Provenienz, denn sie gehörte dem japanischen Gitarristen Yoshinobu Iwanaga. Er spielte sie beim Segovia-Gitarrenwettbewerb 1982, bei dem Andrés Segovia persönlich anwesend war. Iwanagas Auftritt mit dieser Gitarre ist in einer filmischen Dokumentation über den Wettbewerb jenes Jahres festgehalten, in der mehrere Sequenzen ihn mit „La Diez y Ocho“ auf der Bühne zeigen.
Ein besonders auffälliges Merkmal dieser Gitarre ist ihre Kopfplatte. Anders als das typische Romanillos-Design mit drei runden Bögen zeigt dieser Kopf ein sanft zugespitztes Profil in Form einer „Papstmitra“. In A Collection of Fine Spanish Guitars berichtet Sheldon Urlik, dass diese Form laut Briefwechsel mit Romanillos nicht geplant war, sondern sich intuitiv während des Schnitzvorgangs entwickelte. Romanillos empfand die entstehende Form als ästhetisch ansprechend und beschloss, sie beizubehalten, indem er sich vom Material und seinem handwerklichen Gespür leiten ließ, anstatt sich strikt an seine Vorlage zu halten. Er merkte an, dass nur eine weitere Gitarre von ihm – die 1980 entstandene „La Filmá“, Nr. 575 – diese Kopfform aufweist, was sie zu einer singulären Erscheinung in seinem Gesamtwerk macht. Diese Gitarre aus dem Jahr 1979 dokumentiert nun ein zweites, bisher unbekanntes Exemplar mit diesem seltenen Profil. Dieses subtile, aber bedeutende Detail unterstreicht Romanillos’ Gespür für Form und seine Bereitschaft, die Individualität jedes Instruments im Entstehungsprozess zuzulassen.
In Verbindung mit der dokumentierten Geschichte und der außergewöhnlichen handwerklichen Ausführung zählt dieses Instrument zu den historisch und künstlerisch bedeutendsten Arbeiten von Romanillos.
Zustand
Diese Romanillos-Gitarre aus dem Jahr 1979 befindet sich in ausgezeichnetem Zustand mit nur minimalen Gebrauchsspuren, die dem Alter und dem professionellen Einsatz entsprechen. Es gibt zwei kaum sichtbare Risse: einen kurzen Haarriss auf der Decke, links neben dem Steg, der auf der Innenseite mit Klötzchen verstärkt wurde, sowie einen feinen Riss auf dem Boden, der fachgerecht repariert wurde, ohne dass eine Verstärkung von innen erforderlich war. Die Schellackpolitur ist sehr gut erhalten, und das Instrument bewahrt seine volle ästhetische und klangliche Integrität. Die Rodgers-Mechaniken, sowohl visuell als auch mechanisch hochwertig gefertigt, ergänzen das elegante Erscheinungsbild der Gitarre und unterstreichen ihren Sammlerwert.









