Frühes Interesse an der Gitarre
Ich wurde 1982 geboren. Mit elf Jahren begann ich Gitarre zu spielen, und von diesem Moment an hat mich das Instrument nie losgelassen. Nach einer kurzen Phase des klassischen Gitarrenlernens wandte ich mich der E-Gitarre zu und verbrachte mehrere Jahre mit Blues, Rock und Jazz. Da ich mehr von und mit dem Instrument wollte, kehrte ich zur klassischen Gitarre zurück und entdeckte bald meine Affinität zu Tárrega und anderen Komponisten des frühen zwanzigsten Jahrhunderts.
Studium und erste Schritte im Gitarrenbau
2002 begann ich mein Studium am Konservatorium in Osnabrück. Mein Lehrer Ulrich Müller half mir nicht nur, mein Spiel zu verfeinern, sondern ermutigte mich auch, meine erste Gitarre zu bauen. Ich konstruierte dieses Instrument auf dem Wohnzimmerteppich zu Hause, und sowohl mein Lehrer als auch ich waren von dem Ergebnis begeistert. Durch dieses Erlebnis motiviert, wollte ich sofort die nächste bauen.
In dieser Zeit lernte ich Gerhard Oldiges kennen. Er ließ mich seine Arbeit beobachten und stellte sich unzähligen Fragen. Mein Wissensdurst wuchs, und ich erkannte, dass ich in ihm einen erfahrenen Luthier gefunden hatte, dessen Expertise und künstlerische Maßstäbe mein Verständnis hochwertiger Instrumente prägen würden. Durch viele Besuche in seiner Werkstatt und lange Gespräche lernte ich die Grundlagen des verfeinerten Handwerks.
Weitere musikalische Ausbildung und Berufsweg
2004 setzte ich mein Studium an der Akademie für Tonkunst in Darmstadt bei Olaf van Gonnissen fort. Als meine dritte Gitarre unmittelbar nach Fertigstellung verkauft wurde, verstand ich, dass der Instrumentenbau weit mehr als nur ein Hobby werden würde. Hochmotiviert begann ich neben dem Studium als Luthier zu arbeiten.
Trotz der erheblichen Zeit und Energie, die der Instrumentenbau erforderte, schloss ich mein Studium 2007 erfolgreich ab und bestand zwei Jahre später die Konzertprüfung.
Inspiration und künstlerische Motivation
Im Laufe der Jahre habe ich jede Gitarre getestet, die mir in die Hände kam, und dabei ständig Inspiration gesucht. Durch diesen Prozess entwickelte ich eine tiefe Leidenschaft für den Klang der alten Meister. Meine größte Motivation bleibt der Schöpfungsakt selbst: zu erleben, wie ein Instrument aus Rohmaterial entsteht, und seinen Klang Schritt für Schritt auf mein persönliches Ideal hinzuformen – ein Ideal, das ich vielleicht nie vollständig erreichen werde.
Das Handwerk
Der Konzertgitarrenbau auf höchstem Niveau erfordert jahrelang angesammeltes Wissen: wie einzelne Holzstücke schwingen, wie Balkenstrukturen die Klangbalance beeinflussen, wie kleine geometrische Veränderungen den Charakter eines Instruments verschieben. Eine fertige Konzertgitarre repräsentiert in der Regel mehrere hundert Stunden Handarbeit. Jede Entscheidung – Holzauswahl, Gewölbehöhe, Balkendimensionen – prägt, was ein Spieler mit dem fertigen Instrument erreichen kann.





