Philosophie und Konstruktion
Mein übergeordnetes Ziel beim Gitarrenbau ist es, einen konsistenten Ausdruckscharakter zu erreichen und dabei die einzigartige Persönlichkeit jedes Instruments zu bewahren. Dieses Gleichgewicht entsteht aus einer Kohärenz zwischen Klang und Erscheinungsbild. Beides wird durch Form und Materialien geprägt, die ich nach akustischen, strukturellen und ästhetischen Qualitäten auswähle. Bei der Auswahl des Holzes für die Decke – entscheidend für die Akustik des Instruments – ergänze ich traditionelle Methoden wie Klopfen und Biegen durch zusätzliche physikalische Messungen.
Design und strukturelle Merkmale
Die Grundkonstruktion folgt der traditionellen spanischen Konzertgitarre. Das Balkensystem der Decke ist vom Konzept Robert Bouchets inspiriert, jedoch in einer wesentlich zarteren Weise realisiert. Subtile strukturelle und visuelle Verfeinerungen gehen über konventionelle Standards hinaus. Die Decke fällt auf der Diskantseite oberhalb des Schalllochs ab und erzeugt ein einseitig erhöhtes Griffbrett, das die Spielbarkeit verbessert und die Projektion in den höheren Lagen steigert.
Der relativ schmale Umriss erzeugt eine leicht reduzierte Deckenfläche, was die schwingende Masse verringert und zu einem schnellen Ansprechen beiträgt. Zum Ausgleich erhöhen hohe Zargen das Korpusvolumen und verleihen dem Bass seinen tiefen Charakter. Die Zargen sind doppelt ausgeführt, aber dünn gehalten, um das Sustain zu unterstützen, ohne unnötiges Gewicht hinzuzufügen. Alle Instrumente erhalten ein handpoliertes Schellack-Finish.
Klangeigenschaften und ästhetisches Konzept
Meine Konzertgitarren bieten starke Projektion, eine breite Klangpalette, warme Bässe und singende Höhen. Ich schaffe visuelle Einheit durch wiederkehrende Formen, Materialien und eine zurückhaltende Farbpalette. Ich biete zwei Designvarianten an: eine modernere und eine etwas traditionellere. Obwohl ihre Konstruktion nahezu identisch ist, unterscheiden sie sich subtil in der Umrissform – die Rosette dient dabei als markantestes Element.
Das Handwerk
Der Konzertgitarrenbau auf höchstem Niveau erfordert jahrelang angesammeltes Wissen: wie einzelne Holzstücke schwingen, wie Balkenstrukturen die Klangbalance beeinflussen, wie kleine geometrische Veränderungen den Charakter eines Instruments verschieben. Eine fertige Konzertgitarre repräsentiert in der Regel mehrere hundert Stunden Handarbeit. Jede Entscheidung – Holzauswahl, Gewölbehöhe, Balkendimensionen – prägt, was ein Spieler mit dem fertigen Instrument erreichen kann.





