Lucio Matarazzo
Lucio Matarazzo
Lucio Matarazzo studierte bei M. E. Caliendo am Konservatorium „D. Cimarosa“ in Avellino und schloss dort mit Auszeichnung ab. Anschließend setzte er seine Ausbildung bei Oscar Ghiglia, José Tomás und später Angelo Gilardino fort und erhielt an der Akademie „L. Perosi“ in Biella die seltene Auszeichnung der Special Mention.
Über mehr als zwanzig Jahre bildete er mit Mario Fragnito ein erfolgreiches Gitarrenduo, das zahlreiche internationale Wettbewerbe wie Stresa, Palmi, Forte dei Marmi, Trapani und Berlin gewann und bei renommierten Festivals für zeitgenössische Musik auftrat, darunter Pescara, Ferrara und Berlin.
Für den Verlag Berben übernahm Matarazzo Revision und Fingersatz von Werken von Stephen Dodgson, Antonio Ruiz Pipò, Astor Piazzolla, Ferenc Farkas und Mario Castelnuovo-Tedesco für die von Angelo Gilardino herausgegebene Edition der Musik des 20. Jahrhunderts.
Als Jurymitglied bei internationalen Wettbewerben wie dem „Segovia“-Wettbewerb in Mallorca, dem „Yamashita“-Wettbewerb in Berlin, dem „De Bonis“-Wettbewerb in Cosenza und dem „Pittaluga“-Wettbewerb in Alessandria hat er die Laufbahnen vieler junger Gitarristinnen und Gitarristen maßgeblich unterstützt.
Mit Fragnito veröffentlichte er zwei LPs und fünf CDs bei Lira Records, Ducale und Edi-Pan, darunter zahlreiche Uraufführungen wie die vollständigen 24 Präludien und Fugen von Castelnuovo-Tedesco. Eine neue vierbändige Ausgabe dieser Werke bereitet er derzeit für Berben vor.
Als Solist widmet er sich einem umfangreichen Aufnahmeprojekt zu Etüden des 19. und 20. Jahrhunderts. Seine CDs mit Werken von Carcassi, Legnani und Giuliani wurden hochgelobt; die Giuliani-CD wurde 1999 in Bisceglie als beste Aufnahme ausgezeichnet.
Im Jahr 2001 spielte er Ausschnitte aus Pierre Boulez’ Le marteau sans maître im Teatro San Carlo in Neapel in Anwesenheit des Komponisten.
Matarazzo ist Gründungsmitglied des international gefeierten GuitArt Quartet. Das Ensemble inspirierte bedeutende neue Werke, darunter das Concerto Italiano von Angelo Gilardino und das Concerto Rapsodico von Gerard Drozd. 2001 komponierte Leo Brouwer das Concierto Italico für das Quartett und leitete die Uraufführung in Todi.
Die Zusammenarbeit mit Brouwer führte zu Konzerten bei wichtigen Festivals in Italien, Spanien, Polen, Kuba und Portugal sowie zur Produktion des DVDs Diario Italico und weiterer Aufnahmen. Die Fachpresse, darunter Classical Guitar, würdigte das Quartett als eine der originellsten Formationen seiner Zeit.
Das Quartett arbeitete auch in genreübergreifenden Projekten, darunter Steve Reichs Electric Counterpoint, sowie mit Künstlern wie Steve Hackett und Frank Gambale. 2007 trat das Ensemble mit der Sängerin Antonella Ruggiero bei dem von RaiUno übertragenen Tribute „Un uomo in frac“ auf.
Internationale Tourneen führten das Quartett 2002 in die USA und 2003 zum Iserlohn Festival. Die Debüt-CD From Spain to South America erschien bei Niccolò und erhielt hervorragende Kritiken.
Darüber hinaus ist das Quartett als künstlerische Leitung und Redaktion der Zeitschrift GuitArt tätig, einer der bedeutendsten internationalen Publikationen für klassische Gitarre.
Lucio Matarazzo lehrt am Konservatorium von Avellino, wo er Leiter der Gitarrenabteilung und der Studiengänge des ersten und zweiten Zyklus ist. Er spielt eine „Leonardo“-Gitarre (Zeder und Zypresse) von G. Giussani mit Exagon-Mechaniken und D’Addario EXP Saiten.







