Wenn ein Mensch für die Klassikgitarre verantwortlich ist, wie wir sie heute kennen, dann Andrés Segovia (1893–1987). Als er begann, galt die Gitarre weithin als Volks- oder Saloninstrument, ungeeignet für die ernste Konzertbühne. Als er starb, war sie ein anerkanntes Mitglied der Konzertwelt, an Konservatorien weltweit gelehrt und in den großen Sälen gespielt. Fast im Alleingang veränderte Segovia den Platz des Instruments in der Musik.
Von Linares in die Welt
In Linares in Andalusien geboren, war Segovia weitgehend Autodidakt — er fand keinen formalen Gitarrenlehrer, den er achtete, und baute seine eigene Technik aus Studium und Instinkt auf. Sein erstes öffentliches Konzert gab er als Jugendlicher, sein Pariser Debüt in den 1920er-Jahren, und von da an tourte er unermüdlich durch Europa, Amerika und darüber hinaus — und bewies Saal für Saal, dass die Gitarre ein ernsthaftes Publikum allein tragen kann.
Ein Repertoire aus dem Nichts
Segovias größtes Geschenk an die Gitarre ist vielleicht die Musik selbst. Frustriert davon, wie wenig ernstes modernes Repertoire existierte, überredete er führende Komponisten, für ihn zu schreiben — darunter Manuel Ponce, Federico Moreno Torroba, Mario Castelnuovo-Tedesco, Joaquín Rodrigo und Heitor Villa-Lobos, dessen Études ihm gewidmet sind. Er fertigte auch eigene Transkriptionen, am berühmtesten von Bach, und edierte die Etüden von Fernando Sor, die Schüler bis heute nutzen. Das moderne Konzertrepertoire existiert weitgehend, weil Segovia es ins Leben rief.
Die Gitarren, die er spielte
Segovias Instrumente sind Teil der Gitarrengeschichte. Nach frühen Jahren auf einer Ramírez spielte er berühmt eine 1937er Hermann Hauser I, die er die größte Gitarre seiner Zeit nannte; später spielte er Instrumente von Ignacio Fleta und José Ramírez. Seine Wahl prägte, wonach Generationen von Spielern und Bauern strebten.
Aufnahmen und Anerkennung
Segovia zählte zu den ersten Gitarristen, die umfangreich aufnahmen, und seine Aufnahmen trugen seinen Klang und sein Repertoire in Haushalte rund um die Welt und inspirierten unzählige Menschen, das Instrument zu ergreifen. Mit Ehrungen überhäuft — darunter ein Grammy für das Lebenswerk und ein spanischer Adelstitel — lehrte er und gab bis ins hohe Alter Meisterkurse und formte Spieler, die selbst zu Meistern wurden.
Sein Vermächtnis
Jeder Klassikgitarrist lebt heute in der Welt, die Segovia baute: die Konzertlaufbahn, die Konservatoriumsausbildung, das ernste Repertoire, die Idee selbst, dass die Gitarre neben Violine und Klavier gehört. Er war nicht ohne starke Meinungen — die Welten des Flamenco und der E-Gitarre mochte er bekanntlich nicht —, doch seine Leistung steht außer Frage. Die Klassikgitarre ernsthaft zu spielen heißt in gewissem Sinne, ihm zu folgen.
Häufige Fragen
Warum ist Andrés Segovia so wichtig?
Er hob die Klassikgitarre vom Volks- und Saloninstrument zum anerkannten Konzertinstrument, schuf einen Großteil ihres modernen Repertoires und inspirierte Generationen durch seine Aufnahmen und seine Lehre.
Welche Gitarre spielte Segovia?
Am berühmtesten eine 1937er Hermann Hauser; früher eine Ramírez und später Instrumente von Fleta und Ramírez.
Schrieb Segovia Musik?
Er komponierte wenig, transkribierte und edierte aber viel — und beauftragte vor allem große neue Werke bei Komponisten wie Ponce, Torroba, Castelnuovo-Tedesco und Villa-Lobos.





