Zuerst die nötige Klarstellung: Dies ist nicht der Filmkomponist. Der John Williams hier (geboren 1941) ist der australisch-britische Klassikgitarrist, der weithin als einer der größten gilt, die das Instrument je kannte — ein Spieler von so makelloser Technik und Klarheit, dass Andrés Segovia ihn dem Vernehmen nach einen „Prinzen der Gitarre" nannte.
Von Melbourne in Segovias Klasse
In Melbourne, Australien, geboren, zog Williams als Junge nach London. Sein Vater, ein Gitarrist, gab ihm die frühe Ausbildung, und seine außergewöhnliche Begabung führte ihn bald in die Meisterkurse Segovias an der Accademia Musicale Chigiana in Siena, wo Segovia ihn als künftigen Großen hervorhob. Später studierte er am Royal College of Music in London — das damals keine Gitarrenabteilung hatte, weshalb er dort Klavier studierte, während seine Gitarrenkarriere begann.
Ein Inbegriff der Perfektion
Wird Segovia für Charakter und Bream für Wagemut bewundert, so Williams für schiere Souveränität: eine makellose, gleichmäßige Technik und kristalline Klarheit, die einen neuen Maßstab dafür setzten, wie sauber Gitarrenspiel sein kann. Seine Aufnahmen des Kernrepertoires — Bach, die spanischen Komponisten, Barrios, für den er sich stark einsetzte — sind bis heute Referenzpunkte.
Crossover
Williams beschränkte sich nie auf den Konzertsaal. Er nahm das enorm populäre Cavatina (das Thema aus The Deer Hunter) auf, gründete die Crossover-Band Sky und arbeitete über Genres hinweg und mit anderen Künstlern zusammen — darunter ein gefeiertes Duo mit Julian Bream. So brachte er die Klassikgitarre einem Publikum weit jenseits des üblichen klassischen Publikums.
Die Gitarren, die er spielt
Williams ist seit Langem mit den gitterbeleisteten Gitarren des australischen Bauers Greg Smallman verbunden, Instrumenten, die für ihre außergewöhnliche Kraft und Projektion geschätzt werden. Seine Wahl half, die moderne Gittergitarre international bekannt zu machen — Teil derselben Innovationsgeschichte wie Jim Redgate und die Doubletop-Pioniere.
Sein Vermächtnis
Gemeinsam definieren Segovia, Bream und Williams die moderne Geschichte der Klassikgitarre: Segovia, der sie ernst machte, Bream, der sie abenteuerlustig machte, und Williams, der sie makellos machte und sie dem größten Publikum von allen brachte. Seine Klarheit bleibt der technische Maßstab für Gitarristen überall.
Häufige Fragen
Ist das derselbe John Williams, der die Star-Wars-Musik schrieb?
Nein — das ist der amerikanische Filmkomponist. Dieser John Williams (geboren 1941) ist der australisch-britische Klassikgitarrist.
Warum gilt er als so groß?
Für seine makellose, gleichmäßige Technik und kristalline Klarheit — und dafür, die Klassikgitarre einem riesigen Crossover-Publikum nahegebracht zu haben.
Welche Gitarren spielt er?
Er ist eng mit den gitterbeleisteten Gitarren des australischen Gitarrenbauers Greg Smallman verbunden.





