Torija ist eines der leise schönsten Stücke, die Federico Moreno Torroba je geschrieben hat — eine Elegie für eine zerstörte kastilische Burg, zart, intim und durch und durch spanisch. Es gehört zu Castillos de España (Burgen Spaniens), seiner ehrgeizigsten Suite für Sologitarre.
Die Burg
Die Burg Torija steht in der Provinz Guadalajara, an der alten Straße zwischen Madrid und dem Osten Spaniens. Im elften Jahrhundert von den Tempelrittern erbaut, wurde sie 1810 vom Guerillaführer El Empecinado gesprengt, um sie den französischen Truppen während des Spanischen Unabhängigkeitskriegs zu entziehen. Über 150 Jahre lang lag sie in Trümmern, bis die spanische Regierung sie 1962 restaurierte — wenige Jahre bevor Torroba die Suite komponierte. Der Untertitel Elegía spricht direkt von dieser Geschichte: Musik für einen Ort, der verloren ging und nur zum Teil zurückgewonnen wurde.
Die Suite
Castillos de España umfasst zwei Bände (1970 und 1978) und insgesamt vierzehn Stücke, jedes eine andere spanische Burg evozierend — Sigüenza, Manzanares el Real, Alba de Tormes und andere Burgen in Kastilien und Aragón. Zusammen bilden sie Torrobas Alterswerk für das Instrument, eine Ergänzung zur berühmten Sonatina, aber programmatischer und introspektiver in ihrem Charakter.
Die Musik
Torija verwendet Drop-D-Stimmung (die sechste Saite auf D herabgestimmt), was dem Bass eine dunklere, resonantere Farbe verleiht, die zur elegischen Stimmung passt. Die Melodie singt über eine sanfte, fließende Begleitung — Torroba in seiner intimsten Ausprägung. Das Stück umfasst rund dreißig Takte: kurz genug, um wie ein einziger Gedanke zu wirken, lang genug, um etwas Bleibendes zu sagen. Es entspricht etwa dem Trinity Grade 6 und ist für fortgeschrittene Lernende zugänglich, fordert von erfahrenen Spielern jedoch einen singenden Ton und atmendes Rubato.
Aufgeführt bei Siccas Guitars
Das Spiel
Die Kunst von Torija ist Zurückhaltung. Die Melodie muss singen — lang und ungehetzt — während die Begleitung darunter bleibt und nie konkurriert. Das F# auf der zweiten Saite verlangt Vibrato; die Blockakkorde verlangen Geduld. Die Nostalgie soll sprechen, ohne sentimental zu werden.
Siehe den vollständigen Torroba-Leitfaden und das verwandte Stück Sonatina.





