Die Sonatina in A-Dur von Federico Moreno Torroba ist eines der meistgespielten und beliebtesten Werke im spanischen Gitarrenrepertoire — sonnig, lyrisch und für das Instrument ausgezeichnet geschrieben. Sie war das erste bedeutende Werk eines Nicht-Gitarristen-Komponisten, das dauerhaft in das Konzertrepertoire der klassischen Gitarre eingegangen ist.
Eine wegweisende Uraufführung
Die Sonatina wurde am 7. April 1924 bei Andrés Segovias legendärem Pariser Debüt in der Salle de l'Ancien Conservatoire uraufgeführt — einem Konzert, das das Ansehen der klassischen Gitarre im europäischen Musikleben grundlegend veränderte. Paul Dukas, Manuel de Falla, Albert Roussel und andere führende Persönlichkeiten des französischen und spanischen Musiklebens saßen im Publikum. Segovia hatte Torroba 1918 in Madrid kennengelernt und ihn sofort gebeten, für die Gitarre zu schreiben; die Sonatina war das Ergebnis.
Segovia nahm den ersten Satz am 20. Mai 1927 auf — eine der frühesten Einspielungen eines für die Gitarre geschriebenen Werks des 20. Jahrhunderts. Die von Segovia herausgegebene und bei Ricordi verlegte Ausgabe gilt bis heute als maßgeblicher Text.
Die Sätze
I. Allegretto — Der Eröffnungssatz steht in klassischer Sonatenform: ein erstes Thema in A-Dur, ein zweites in E-Dur, eine Durchführung durch C, D, G und E-Dur und eine Reprise. Harmonisch ist er gewagt — übermäßige Sextakkorde, erweiterte Harmonien, chromatische Modulationen — und bleibt dabei in einem romantischen Idiom. Die Classical Guitar Magazine nannte ihn „einen echten Eckpfeiler des klassischen Gitarrenrepertoires."
II. Andante — Der langsame Mittelsatz ist der intimste der drei: lyrisch, introspektiv, gesanglich.
III. Allegro — Ein flinkes, energetisches Finale, das das Werk mit charakteristischer spanischer Leichtigkeit beschließt.
Aufgeführt bei Siccas Guitars
Das Spiel
Die Sonatina belohnt einen Gitarristen, der im Allegretto lange melodische Linien aufrechterhalten kann, während er die harmonische Bewegung darunter transparent hält. Der langsame Satz braucht einen wirklich singenden Ton — nicht forciert, nur präsent. Das Finale verlangt Leichtigkeit und rhythmische Klarheit. Fortgeschrittenes Mittelstufenrepertoire; ein Standard-Wettbewerbs- und Prüfungsstück.
Siehe den vollständigen Torroba-Leitfaden und das verwandte Stück Torija.





