Ricardo Gallén ist einer der führenden spanischen klassischen Gitarristen seiner Generation — ein Musiker, der für seine Gesamteinspielungen von Bach und Sor ebenso bewundert wird wie für seine Lehrtätigkeit an der Hochschule für Musik Franz Liszt in Weimar. Mehr über ihn liest du in unserem Künstlerprofil von Ricardo Gallén.
Hier spielt er Zambra Granadina von Isaac Albéniz auf einem bemerkenswerten historischen Instrument: einer Hernández y Aguado von 1963.
Über Zambra Granadina
Die Zambra ist ein Tanz der Roma-Gemeinschaft Granadas, zu Hause in den Höhlenwohnungen des Sacromonte-Hügels gegenüber der Alhambra — Musik mit maurischen Wurzeln, hypnotisch und dunkel verziert. Albéniz fing diese Welt in Zambra Granadina ein, einem Klavierstück mit dem Untertitel „danse orientale“: Über einem bordunartigen, rhythmisch kreisenden Bass entfaltet sich eine Melodie, deren Arabesken die maurische Vergangenheit der Stadt heraufbeschwören.
Wie Asturias und Granada aus der Suite Española fand das Stück fast zwangsläufig den Weg auf die Gitarre — Albéniz' Klaviersatz imitiert ständig Gitarrenidiome, sodass sich Gitarrenbearbeitungen wie eine Heimkehr anfühlen. Unser Albéniz-Repertoire-Guide und unser Artikel über Isaac Albéniz und die klassische Gitarre erzählen diese Geschichte vollständig.
Über Isaac Albéniz
Isaac Albéniz (1860–1909) war der Klaviervirtuose, der die spanische Musik auf die europäische Landkarte setzte. Seine Werke verwandeln die Regionalmusiken des Landes — allen voran den Flamenco — in Konzertmusik von impressionistischer Verfeinerung, gipfelnd in der Klaviersuite Iberia. Obwohl er fast nichts für die Gitarre schrieb, hat kaum ein Komponist das Repertoire des Instruments tiefer geprägt: Seine Spanien-Bilder klingen auf sechs Saiten so natürlich, dass Generationen von Zuhörern annahmen, sie seien dafür geschrieben.
Die Gitarre: Hernández y Aguado, 1963
Hernández y Aguado war die Madrider Werkstatt von Manuel Hernández und Victoriano Aguado — zwei Handwerkern in der Tradition von Santos Hernández, deren Gitarren aus den 1950er- und 60er-Jahren zu den feinsten spanischen Instrumenten des zwanzigsten Jahrhunderts gezählt und von Sammlern wie Konzertkünstlern gleichermaßen geschätzt werden. Das Exemplar von 1963, das hier zu hören ist, bringt genau die Farbe mit, die dieses Repertoire verlangt: dunkle Wärme, singende Diskante und diesen unverwechselbaren Alt-Madrider Adel. Es ist in unserem Shop erhältlich — und die außergewöhnliche Geschichte eines weiteren Instruments dieser Werkstatt liest du in unserem Artikel über eine Hernández y Aguado von 1973.
Das Video
Mehr spanisches Repertoire findest du in unserer Übersicht der berühmten klassischen Gitarrenstücke.





