Jeder Klassikgitarrist hat einen Berg oder zwei, die er einmal erklimmen möchte. Es sind die Stücke, die den fortgeschrittenen Spieler vom Profi trennen — Werke, die nicht nur saubere Technik verlangen, sondern Ausdauer, Kontrolle und tiefes musikalisches Verständnis. Hier einige der schwersten Stücke des Repertoires und was jedes so schwer macht.
Bach — Chaconne (aus der Partita Nr. 2)
Ursprünglich für Solovioline, wird die Chaconne oft der Everest der Gitarre genannt. Sie verlangt anhaltende Konzentration über rund eine Viertelstunde und das Führen mehrerer unabhängiger Stimmen zugleich. Ebenso eine mentale und emotionale wie eine technische Prüfung. Mehr zur Chaconne →
Barrios — La Catedral
Die kaskadierenden Arpeggien des Schlusssatzes (Allegro Solemne) verlangen furchterregende Geschwindigkeit und Präzision der rechten Hand, während das ganze Werk den Linienzug eines Sängers braucht. Mehr zu La Catedral →
Albéniz — Asturias (Leyenda)
Fürs Klavier gedacht, sind seine treibenden Tonrepetitionen und vollen Texturen auf der Gitarre eine echte Prüfung für Kontrolle und Ausdauer der rechten Hand. Mehr zu Asturias →
Tárrega — Recuerdos de la Alhambra
Nicht das schnellste Stück hier, doch das ununterbrochene Tremolo über ein ganzes Werk gleichmäßig und schön klingen zu lassen, ist eines der schwersten Dinge überhaupt. Eine lebenslange Studie der Gleichmäßigkeit. Mehr zu Recuerdos →
Rodrigo — Concierto de Aranjuez
Über die technischen Anforderungen hinaus muss der Solist sich gegen ein volles Orchester balancieren und die langen, exponierten Linien des Adagios mit voller Kontrolle formen. Ein Konzert auf Profiniveau. Mehr zum Concierto de Aranjuez →
Domeniconi — Koyunbaba
In einer eindringlichen Skordatur (veränderten Stimmung) gespielt, steigert sich dieser moderne Klassiker von hypnotischer Stille zu einem Wirbelsturm-Finale, das echte Virtuosität verlangt. Mehr zu Koyunbaba →
Was „schwer" wirklich heißt
Auf der Klassikgitarre ist Schwierigkeit selten nur Tempo. Es ist die Herausforderung, mehrere Stimmen zugleich klar zu halten, den Ton über lange exponierte Linien zu kontrollieren und die Konzentration durch eine große Struktur zu tragen. Die obigen Stücke prüfen all das — genau deshalb verbringen Gitarristen Jahre mit ihnen.





