Dieser Guide ist Teil unserer Übersicht des wesentlichen Repertoires der klassischen Gitarre. Mario Castelnuovo-Tedesco (1895–1968) war ein italienisch-amerikanischer Komponist, der zu den produktivsten Beiträgern des Gitarrenkanons wurde — über 100 Werke für das Instrument, entstanden in vier Jahrzehnten intensiver Zusammenarbeit mit Andrés Segovia.
Italien, Amerika und die Gitarre
In Florenz in eine gebildete jüdische Familie geboren, studierte Castelnuovo-Tedesco bei Ildebrando Pizzetti und hatte sich als bedeutender italienischer Komponist etabliert, bevor ihn Mussolinis Rassengesetze 1939 zur Emigration zwangen. Er ließ sich in Beverly Hills nieder, arbeitete als Filmkomponist in Hollywood und schrieb weiter Konzertmusik. Seine erste Begegnung mit Segovia im Jahr 1932 löste eine Faszination für die Gitarre aus, die ihn nie mehr losließ: Wo die meisten Komponisten ohne eigene Gitarrenpraxis ein oder zwei Alibistücke beisteuerten, setzte er sich fortlaufend und gründlich mit dem Instrument auseinander.
Sein Gitarrenwerk beginnt mit der Sonata (Omaggio a Boccherini) op. 77 von 1934 — seinem allerersten Gitarrenstück und zugleich einer der wichtigsten Sonaten, die je für das Instrument geschrieben wurden. Kurz darauf folgte das Capriccio Diabolico op. 85 von 1935, eine mitreißende Hommage an Paganini, die am Schluss La Campanella zitiert. Dazu kommen Gitarrenkonzerte, Trios, Quintette und Dutzende kürzerer Stücke. Seine Musik ist im Geist neoromantisch, technisch anspruchsvoll und von einer genauen Kenntnis dessen geprägt, was die Gitarre kann.
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Diese Seite versammelt die Werke und unsere eigenen Aufnahmen. Zu Leben und Bedeutung siehe unser Porträt von Mario Castelnuovo-Tedesco.





