Mertz' Tarantella ist ein Wirbelwind — ein schneller, kreiselnder Tanz, der zu einem der aufregendsten Zugaben im romantischen Gitarrenrepertoire geworden ist. Kurz, brillant und unerbittlich vorwärtstreibend, gehört sie zu den Bardenklängen, Op. 13 — der bedeutendsten Sammlung des 19. Jahrhunderts für Gitarre.
Der Tanz
Die Tarantella ist eine Familie süditalienischer Volkstänze aus Apulien, Kampanien und Sizilien, benannt nach der Stadt Taranto. Sie entstand im 15. bis 17. Jahrhundert und wurde historisch mit dem Tarantismus in Verbindung gebracht — einem Zustand, der angeblich durch einen Spinnenbiss verursacht und nur durch wildes Tanzen geheilt werden konnte. Im 19. Jahrhundert wurde sie zu einem beliebten Konzertgenre für Komponisten in ganz Europa, von Chopin und Liszt bis zu Rossini.
Das Werk
Die Tarantella ist Nr. 6 der Bardenklänge, Op. 13, 1847 in Wien bei Tobias Haslinger veröffentlicht — im Jahr nachdem Mertz an einer Strychnin-Vergiftung fast gestorben war. Während seiner Genesung hörte er seiner Frau Josephine Plantin beim Klavierspielen romantischer Musik zu, und diese Monate prägten die pianistische Grandiosität der Bardenklänge entscheidend. Die Sammlung umfasst fünfzehn Bände und ist Mertz' bedeutendstes Werk für die Gitarre, neben seiner Fantaisie Hongroise das am häufigsten gespielte.
In a-Moll dauert die Tarantella etwa vier Minuten. Ihr Charakter wechselt zwischen schnellen, getriebenen Außenteilen und einem kontrastierenden lyrischen Mittelteil. Sie entspricht etwa dem ABRSM Grade 8. Die Partitur ist gemeinfrei und kostenlos online verfügbar.
Aufgeführt bei Siccas Guitars
Das Spiel
Die Tarantella hört nie auf sich zu bewegen — dieser unerbittliche 6/8-Antrieb ist ihr Wesen. Die Herausforderung besteht darin, den lyrischen Innenteil wirklich singen zu lassen, ohne den Schwung zu verlieren. Aufnahmen von Thibault Cauvin und Vera Danilina bieten exzellente Orientierungspunkte.
Siehe den vollständigen Mertz-Leitfaden und das verwandte Stück Fantaisie Hongroise.





