Dyens: Tango en Skai fur klassische Gitarre
Tango en Skai (1985, Editions Henry Lemoine) von Roland Dyens ist das meistgespielte und wohl bekannteste Werk aus Dyens' umfangreichem Oeuvre -- ein zweieinhalb Minuten langes Gitarrenstuck, das um 1978 als Konzertimprovisation entstand und seither zu einem festen Bestandteil von Konzertprogrammen, Prufungsrepertoires und Gitarrenwettbewerben weltweit wurde.
Der Titel
'Skai' ist ein franzosischer Markenbegriff fur Kunstleder -- den synthetischen PVC-beschichteten Stoff als Lederersatz. Der Titel ist bewusstes Wortspiel: Der Tango ist 'aus Kunstleder' -- ein gallisches Abbild des argentinischen Originals. Dyens bezeichnete das Stuck im Notentext als 'Un rien canaille' -- etwa 'ein bisschen gaunerisch' -- und schrieb: 'Versuche, die Partyatmosphare zu erzeugen, in der es entstanden ist, ohne allzu ernst zu sein.' Spieler werden sogar zur Improvisation eingeladen.
Die Musik
Das Stuck halt durchgehend einen stetigen Habanera-Puls, den Dyens mit chromatischen Annaherungstonen, Bluenotes und Jazzharmonien schichtet, die seine Ausbildung bei Alberto Ponce an der Ecole Normale de Musique de Paris widerspiegeln. Dyens selbst: 'Der Archetyp jener Stucke, die leicht wirken, aber in Wirklichkeit recht schwierig sind.' Die ABRSM stufte es in Grade 8 List C (2019) ein.
Auftritt bei Siccas Guitars
Ozberk Mirac Sarigul spielte den Tango en Skai auf einer Francisco-Simplicio-Gitarre von 1923 bei Siccas Guitars (Juni 2026).
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