„Konzertgitarre oder Akustikgitarre?" ist eine der ersten Fragen jedes Anfängers — und die Begriffe stiften mehr Verwirrung, als nötig wäre. Eine Konzertgitarre ist eine akustische Gitarre; niemand schließt sie an einen Verstärker an, damit sie klingt. Wenn Leute „Akustikgitarre" sagen, meinen sie meist die Stahlsaitengitarre aus Folk, Pop und Singer-Songwriter-Musik — im Gegensatz zur nylonbesaiteten Konzertgitarre von Segovia, dem Flamenco und der Konzertbühne. Sobald man sieht, was die beiden wirklich trennt, fällt die Wahl leicht.
Der eine Unterschied, aus dem alle anderen folgen: die Saiten
Fast alles andere ergibt sich aus einer einzigen Entscheidung des Gitarrenbauers — ob das Instrument mit Nylon oder Stahl besaitet wird. Nylonsaiten (die Diskantsaiten sind klares Nylon oder Fluorocarbon, die Basssaiten umsponnenes Nylon) stehen unter deutlich geringerer Spannung und klingen warm, rund und weich. Stahlsaiten ziehen viel stärker am Korpus und liefern den hellen, lauten, klingenden Klang, den die meisten vor sich hören, wenn sie an „Gitarre" denken. Weil Stahlsaiten rund die doppelte Zugkraft auf die Decke bringen, muss das ganze Instrument anders gebaut sein, um das auszuhalten. Das ist die eigentliche Geschichte hinter Konzert- gegen Akustikgitarre.
Wie sie gebaut sind
Der höhere Zug des Stahls erzwingt eine robustere Bauweise. Stahlsaitengitarren sind innen im X-Muster beleistet und tragen fast immer einen verstellbaren Halsstab (Truss Rod) im Hals, um der Saitenspannung entgegenzuwirken. Konzertgitarren nutzen unter der sanfteren Nylonspannung eine leichtere Fächerbeleistung (oder moderne Gitter- und Doubletop-Systeme) und haben traditionell gar keinen Halsstab — der Hals ist einfach stabil genug gebaut. Auch am Steg sieht man es: Bei der Konzertgitarre werden die Saiten am Steg angeknotet, bei der Stahlsaitengitarre meist mit Bridge-Pins gehalten.
Der Hals und wie er sich anfühlt
Das merkt die Hand zuerst. Eine Konzertgitarre hat ein breites, flaches Griffbrett — etwa 50–52 mm am Sattel — ohne Punktmarkierungen auf der Oberseite und ohne Wölbung (Radius), sodass jeder Finger Platz für saubere, unabhängige klassische Technik hat. Ein Stahlsaitenhals ist spürbar schmaler — typisch etwa 43 mm — meist mit gewölbtem Griffbrett und Bundmarkierungen, was Akkordschlag und das Umgreifen des Daumens begünstigt. Konzertgitarren treffen im traditionellen Bau am 12. Bund auf den Korpus, die meisten Stahlsaitengitarren am 14. — was den Zugang zu den hohen Lagen erleichtert.
Wie sie klingen
Nylon gibt eine weiche, warme, intime Stimme mit schnellem Ausklang — ideal für mehrstimmiges Fingerspiel, bei dem mehrere Stimmen zugleich klar bleiben müssen. Stahl gibt Lautstärke, Brillanz und langes Sustain, das sich im Raum durchsetzt und wunderbar unter einer Gesangsstimme oder in einer Band sitzt. Keine ist „besser"; sie sind für unterschiedliche Musik gebaut.
Welche solltest du wählen?
Lass die Musik entscheiden, die du spielen willst. Greif zur Konzertgitarre (Nylon), wenn dich klassisches Repertoire, Flamenco, Bossa Nova oder lateinamerikanische Stile reizen — oder wenn du beim Lernen das sanfteste Gefühl für die Fingerkuppen möchtest. Greif zur Stahlsaiten-Akustikgitarre, wenn du Akkorde schlagen und singen willst oder Folk, Pop, Country und modernes Fingerstyle spielst. Ein verbreiteter Mythos: Anfänger sollten immer mit Nylon starten, „weil es leichter für die Finger ist". Das stimmt nur halb. Nylon ist sanfter zu den Kuppen, aber die richtige Wahl ist schlicht die Gitarre, die deine Lieblingsmusik spielt — denn die nimmst du immer wieder in die Hand.
Zwei häufige Irrtümer
Erstens: Man kann nicht einfach Stahlsaiten auf eine Konzertgitarre ziehen — die höhere Spannung kann ein für Nylon gebautes Instrument zerstören. Zweitens: „Akustik-Elektrisch" meint keine eigene Gitarrenfamilie, sondern nur eine Stahlsaiten- (manchmal auch Konzert-)Gitarre mit eingebautem Tonabnehmer, die sich zusätzlich einstöpseln lässt. Der Unterschied Akustik gegen Konzert bleibt eine Frage der Saiten und der Bauweise.
Häufige Fragen
Ist eine Konzertgitarre eine Akustikgitarre?
Ja. Eine Konzertgitarre ist akustisch. Im Alltag meint „Akustikgitarre" aber meist die Stahlsaitengitarre, während „Konzert-" oder „Klassikgitarre" das Nyloninstrument bezeichnet.
Was ist der Hauptunterschied zwischen Konzert- und Akustikgitarre?
Die Saiten: Nylon bei der Konzertgitarre, Stahl bei der Akustikgitarre. Diese eine Entscheidung prägt Beleistung, Halsbreite, Korpusstärke und Klang.
Welche ist für Anfänger leichter?
Nylonsaiten sind sanfter zu den Fingerkuppen, aber die beste Anfängergitarre ist die, die zu deiner Wunschmusik passt — denn die hält dich am Üben.
Kann ich Stahlsaiten auf eine Konzertgitarre ziehen?
Nein. Eine Konzertgitarre ist für die geringere Nylonspannung gebaut; Stahlsaiten können sie beschädigen. Nutze den Saitentyp, für den die Gitarre gemacht ist.
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