Hin und wieder verändert eine einzige Idee ein Instrument für immer. Für die klassische Gitarre kam ein solcher Moment Ende der 1980er-Jahre in Deutschland, als zwei Gitarrenbauer — Matthias Dammann und Gernot Wagner — die Doubletop-Gitarre begründeten. Ihre Neuerung gab der modernen Konzertgitarre mehr Kraft und Projektion, als je möglich schien, und wird heute von führenden Bauern weltweit gefertigt.
Was ist eine Doubletop?
Eine traditionelle Gitarre hat eine Decke aus einem einzigen massiven Stück Tonholz. Eine Doubletop dagegen ist eine Art Sandwich: zwei extrem dünne Holzlagen (oft Zeder oder Fichte), um einen leichten, steifen Kern verklebt — meist ein Wabenmaterial namens Nomex. Das Ergebnis ist eine Decke, die zugleich leichter und steifer ist als eine Massivdecke. Da sich eine leichtere Decke leichter bewegt, kann sie mehr Lautstärke, mehr Projektion und einen kraftvollen, tragenden Ton erzeugen — genau das, was ein Solist braucht, um einen großen Saal zu füllen.
Matthias Dammann — der Erfinder
Die Doubletop hat einen klaren Erfinder: Matthias Dammann, geboren 1957, der an der Musikhochschule Frankfurt Gitarre studierte und später lehrte. Inspiriert von den Instrumenten von Torres, Miguel Rodríguez und Robert Ruck, baute Dammann 1989 die allererste Doubletop-Gitarre. Seine frühesten Exemplare hatten einen reinen Holzkern; 1995 schuf er dann die erste Doubletop mit Nomex-Kern — der Durchbruch, der das moderne Design prägte. Seine Gitarren werden von Solisten wie Manuel Barrueco und David Russell gespielt.
Gernot Wagner — der Entwickler
In derselben Stadt Frankfurt tätig, wurde der Gitarrenbauer Gernot Wagner neben Dammann zu einer der Schlüsselfiguren bei der Entwicklung der Technologie. Die beiden Bauer arbeiteten Ende der 1980er zusammen, um die Klangleistung von Konzertgitarren voranzutreiben, und einige Jahre nach Dammanns Nomex-Durchbruch baute Wagner seine eigene erste Doubletop und half, die Methode zu verfeinern und zu verbreiten. Gemeinsam machten sie aus einem kühnen Experiment ein etabliertes Handwerk.
Ein Platz in der Geschichte
Dammann wird heute neben Torres und dem Australier Greg Smallman als einer der wahrhaft visionären Bauer genannt, die die Gitarre in eine wirklich neue Richtung führten. Die Doubletop ersetzte die traditionelle Gitarre nicht — viele Spieler bevorzugen weiter die Wärme und den Charakter einer feinen Massivdecke —, doch sie gab den Bauern eine kraftvolle neue Option, und Gitarrenbauer wie Dieter Müller und Jim Redgate haben auf ihrer Pionierarbeit aufgebaut.
Häufige Fragen
Wer erfand die Doubletop-Gitarre?
Matthias Dammann, der 1989 die erste baute und 1995 die erste mit Nomex-Kern.
Was ist der Vorteil einer Doubletop?
Eine leichtere, steifere Decke, die mehr Lautstärke, Projektion und Sustain gibt als eine Massivdecke.
Wer half noch bei der Entwicklung?
Gernot Wagner, der in Frankfurt mit Dammann arbeitete und die Technik mit verfeinerte und verbreitete.





