„Die weibliche Stimme der spanischen Gitarre" zu heißen, wie das Magazin OperaWorld einst Andrea González Caballero beschrieb, ist ein schweres Wort — und doch passt es. In ihrem Spiel liegt etwas unverkennbar Idiomatisches, ein Gespür für den Rhythmus und die Melancholie des spanischen Repertoires, das sich nicht lehren, sondern nur erben und verfeinern lässt. Im Baskenland geboren, ist sie zu einer der führenden Gitarristinnen ihrer Generation geworden — eine Künstlerin, die die spanische Tradition trägt, ohne je wie ein Museumsstück zu klingen.
Ein baskischer Anfang
Andrea stammt aus Eibar, einer Industriestadt im Baskenland Nordspaniens. Mit sieben begann sie mit der Gitarre, zunächst unterrichtet von ihrer Mutter Ana María Caballero an der Musikschule Andrés Eguiguren in Eibar, dann von Bienvenido Rodríguez und Carmen Becerra bis zu ihrem zwölften Lebensjahr. In diesem Alter änderte eine einzige Begegnung ihren Weg: Ein Meisterkurs beim kubanischen Komponisten und Gitarristen Joaquín Clerch hinterließ einen so tiefen Eindruck, dass sie beschloss, ernsthaft bei ihm zu studieren.
Von Düsseldorf nach Miami
2010 ging sie eben dafür nach Deutschland und trat in die Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf ein, wo sie Bachelor und Master mit Auszeichnung bei Clerch abschloss — einem der angesehensten Lehrer der Gitarrenwelt. Damit endete ihre Ausbildung nicht. Sie erwarb ein Graduate Performance Diploma am Peabody Institute der Johns Hopkins University, wo sie den James-Winship-Lewis-Memorial-Preis gewann, und absolvierte anschließend einen Doctor of Musical Arts an der Frost School of Music der University of Miami. Wenige Spieler ihrer Generation haben das Instrument mit solcher akademischen Ernsthaftigkeit verfolgt.
Vielfache Preisträgerin
Ihre Wettbewerbsbilanz liest sich wie eine Tour durch die renommiertesten Titel des Fachs. Sie holte den ersten Preis und einen Sonderpreis beim 40. Internationalen Fernando-Sor-Wettbewerb in Rom und den ersten Preis beim 13. Internationalen Alhambra-Gitarrenwettbewerb in Valencia — wo sie die jüngste Siegerin aller Zeiten war. Das BBC Music Magazine zählte sie zu „den jungen Stars der klassischen Gitarre von heute" — eine Anerkennung, die bestätigte, was die Jurys längst gehört hatten.
Der Klang einer Tradition
Was González Caballero auszeichnet, ist nicht nur technische Souveränität, sondern die Wärme und rhythmische Lebendigkeit, die sie der spanischen Musik gibt — Tárrega, Albéniz und darüber hinaus. Sie spielt mit singender, flexibler Linie und einem Instinkt für jenes kleine rhythmische Geben und Nehmen, das dieses Repertoire atmen lässt. Neben der Konzertlaufbahn ist sie als Lehrerin aktiv und hat mit neuer Musik gearbeitet, auch in Projekten mit lebenden Komponisten — ihre Kunst blickt also ebenso nach vorn wie zurück.
Häufige Fragen
Woher kommt Andrea González Caballero?
Aus Eibar im Baskenland Nordspaniens; sie begann mit sieben Jahren zu spielen.
Wer war ihr wichtigster Lehrer?
Der kubanische Gitarrist und Komponist Joaquín Clerch, bei dem sie in Düsseldorf studierte.
Was hat sie gewonnen?
Erste Preise beim Fernando-Sor-Wettbewerb in Rom und beim Alhambra-Wettbewerb in Valencia, neben vielen weiteren; das BBC Music Magazine kürte sie zum jungen Star der Klassikgitarre.





