Manche Gitarrenbauer sind ebenso für ihre Schriften wie für ihre Gitarren in Erinnerung. José Luis Romanillos (1932–2022) ist einer von ihnen: ein Gitarrenbauer, dessen Instrumente den reinen, ausgewogenen „spanischen Klang" trugen — und ein Forscher, dessen Arbeit unser Verständnis der Geschichte seines Handwerks neu prägte.
Von Madrid in eine Werkstatt in England
Romanillos wurde am 17. Juni 1932 in Madrid geboren. Mit dreizehn ging er bei einem Madrider Möbelschreiner in die Lehre und lernte, edles Holz zu bearbeiten. 1956, mit vierundzwanzig, zog er nach England, um die Sprache zu lernen, arbeitete zunächst als Pfleger in der Psychiatrie, dann im Möbelbau. Seine erste Gitarre baute er 1961 in London — eine Flamencogitarre, die er nach seiner Mutter Toribia nannte. 1970 richtete er in Semley seine eigene Werkstatt ein, ermutigt vom großen britischen Gitarristen Julian Bream, der eng mit seinen Instrumenten verbunden wurde.
Der „spanische Klang"
Romanillos wurde dafür berühmt, jenen warmen, singenden, vollkommen ausgewogenen Ton einzufangen, den Spieler als Inbegriff der spanischen Gitarre empfinden — so sehr, dass man ihn mitunter „den Stradivari der Gitarre" nannte. Seine in bescheidener Zahl gebauten Instrumente werden von Konzertspielern wie Sammlern geschätzt. Die Verbindung zu Julian Bream, der auf Romanillos-Gitarren spielte und aufnahm, festigte seinen internationalen Ruf.
Der Forscher
Was Romanillos heraushebt: Er wurde zugleich einer der wichtigsten Historiker des Instruments. Gemeinsam mit seiner Frau Marian Harris Winspear schrieb er Antonio de Torres: His Life and Work (1983) — bis heute die maßgebliche Studie über den Vater der modernen Gitarre — und später ein monumentales Lexikon spanischer Zupf- und Streichinstrumentenbauer. Er und Marian gründeten zudem einen renommierten Gitarrenbau-Kurs in Spanien. 1995 kehrte er nach Spanien zurück und starb am 11. Februar 2022 mit 89 Jahren — und hinterließ ein doppeltes Erbe: die Gitarren und das Wissen.
Häufige Fragen
Wer war José Luis Romanillos?
Ein spanisch-britischer Gitarrenbauer (1932–2022), gefeiert für den reinen „spanischen Klang" seiner Gitarren und für seine wegweisende Forschung zur Geschichte des Instruments.
Wer spielte seine Gitarren?
Am berühmtesten Julian Bream, dessen Verbindung zu Romanillos den Namen des Gitarrenbauers international bekannt machte.
Was hat er geschrieben?
Die maßgebliche Biografie über Antonio de Torres und ein großes Lexikon spanischer Instrumentenbauer, beides mit seiner Frau Marian Harris Winspear.





