Bitte einen Raum voller Gitarristen, die begehrtesten Instrumente des 20. Jahrhunderts zu nennen, und ein Name fällt immer wieder: Ignacio Fleta. Der Barceloneser Gitarrenbauer baute die Gitarren, zu denen Andrés Segovia auf dem Höhepunkt seiner Laufbahn griff, und bis heute wird ein guter Fleta im selben Atemzug mit den seltensten Schätzen des Gitarrenbaus genannt.
Aus einer Familie von Handwerkern
Fleta wurde am 31. Juli 1897 in Huesa del Común in der Provinz Teruel geboren, in eine Familie von Möbelschreinern. Die Musik kam früh — Berichten zufolge spielte er als Junge bereits Bandurria und Gitarre gut. Mit dreizehn ging er mit seinen beiden älteren Brüdern nach Barcelona, um den Instrumentenbau zu erlernen, vor allem Geigen-, Cello- und Violbau in der französischen Tradition. 1927 verließ er die Familienwerkstatt und eröffnete in der Stadt seine eigene, in der er den Rest seines Lebens verbrachte.
Die Hinwendung zur Gitarre
Jahrelang baute Fleta Streichinstrumente und rekonstruierte sogar historische Instrumente — Lauten, Vihuelas und mehr — für eine Barceloneser Musikgesellschaft. Der entscheidende Moment kam 1955, als er Segovia im Radio ein reines Bach-Programm spielen hörte und beschloss, sich der Gitarre zu widmen. Zwei Jahre später, 1957, erhielt er den Auftrag, der seinen Namen weltberühmt machte: die erste von drei Gitarren für Segovia selbst.
Der Fleta-Klang
Fleta entfernte sich bewusst vom leichten, transparenten Torres-Ideal hin zu einem schwereren, steiferen, kraftvolleren Instrument — größer im Korpus, stärker beleistet, gebaut für Lautstärke und ein tiefes, singendes Sustain. Er wurde zum Meister der Zederndecke, und seine Gitarren der 1960er und 70er, seiner goldenen Phase, sind für orchestralen Reichtum und Durchsetzungskraft berühmt. Diesem Klang jagen Spielergenerationen seither nach.
Sein Vermächtnis
Die Werkstatt wurde als Ignacio Fleta e Hijos mit seinen Söhnen fortgeführt, und der Familienname blieb noch lange nach dem Meister ein Inbegriff für Qualität. Ignacio Fleta starb am 11. August 1977 in Barcelona. Ein echter Fleta aus den großen Jahren zählt heute zu den begehrtesten — und wertvollsten — Konzertgitarren, die ein Sammler oder Konzertspieler besitzen kann.
Häufige Fragen
Warum ist Ignacio Fleta so berühmt?
Er baute ab 1957 Gitarren für Andrés Segovia und wurde für kraftvolle, klangreiche Instrumente mit Zederndecke bekannt — unter den begehrtesten des 20. Jahrhunderts.
Was ist das Besondere am Fleta-Klang?
Eine größere, steifere Bauweise als die Torres-Tradition, mit großer Lautstärke, Tiefe und langem, singendem Sustain, besonders bei den Zederndecken.
Wann arbeitete er?
Er eröffnete seine Barceloneser Werkstatt 1927 und widmete sich ab Mitte der 1950er bis zu seinem Tod 1977 ganz der Gitarre.





