Earl Klugh — Smooth Jazz auf Nylonsaiten
Die meisten Jazzgitarristen greifen zu einer verstärkten Archtop. Earl Klugh (1953–2023) ging den anderen Weg: Er baute eine gesamte gefeierte Karriere auf der warmen, holzigen Stimme der Nylonsaiten-Gitarre auf, gespielt rein mit den Fingern. Das Ergebnis ist einer der unverwechselbarsten und beliebtesten Klänge der modernen Instrumentalmusik — ein Klang, der die expressiven Qualitäten der klassischen Gitarre einem Publikum vorstellte, das noch nie einen Konzertsaal betreten hatte.
Ein Klang, jung entdeckt
Geboren in Detroit, Michigan am 16. September 1953, begann Klugh als Kind Gitarre zu spielen und entwickelte schnell eine Faszination für die Fingerstyle-Technik. Mit dreizehn hörte er Aufnahmen von Chet Atkins — dem Country-Gitarristen, der selbst klassische Rechtshandtechnik in einen einzigartigen amerikanischen Fingerpicking-Stil absorbiert hatte — und erfasste sofort das volle harmonische und melodische Potenzial der ohne Plektrum gespielten Gitarre. Atkins blieb der Einfluss, den er über alle anderen nannte.
Er absorbierte auch Jazzgitarristen wie Wes Montgomery und George Benson, aber sein Instrument der Wahl war immer die klassische Nylonsaiten-Gitarre statt der Jazz-Archtop. Das war kein bloßes stilistisches Vorlieben; es war ein ästhetisches Bekenntnis. Der weichere Anschlag, das wärmere Sustain und der intimere dynamische Bereich der Nylonsaite entsprachen der Art von Musik, die Klugh machen wollte: melodisch, gesprächig, schön statt brillant.
Karriere: 12 Grammy-Nominierungen und ein Sieg
Klughs Karriere erstreckte sich über mehr als vier Jahrzehnte und brachte ein bemerkenswertes Werk aufgenommener Musik hervor. Er erhielt zwölf Grammy-Nominierungen im Laufe seiner Karriere — eine außergewöhnliche Zahl, die die gleichbleibende Qualität seines Schaffens widerspiegelt — und gewann einen Grammy Award. Seine erste bemerkenswerte Anerkennung kam, als Chet Atkins selbst den jungen Klugh einlud, in seiner Fernsehshow aufzutreten — ein Signal vom Meister an den Schüler, dass der Schüler wirklich angekommen war.
Seine Zusammenarbeit definierte sein öffentliches Profil genauso wie seine Solo-Aufnahmen. Die Arbeit mit dem Pianisten und Produzenten Bob James an dem Duoalbum One on One (1979) produzierte eine der meistverkauften Jazzinstrumentalaufnahmen ihrer Ära — eine Aufnahme, die ein Mainstream-Publikum erreichte, das normalerweise keinen Jazz kaufen würde.
Die Nylonsaiten-Wahl und ihre Konsequenzen
Klughs Bekenntnis zur Nylonsaiten-Gitarre in einem Jazz-Kontext war kommerziell mutig. Jazz-Gitarre in den 1970er und 1980er Jahren wurde von der elektrischen Archtop dominiert. Klugh ignorierte diese Kategorieassoziationen und baute trotzdem eine Karriere auf dem Instrument auf.
Interessanterweise sagte Klugh oft, dass er sich nicht als Jazzgitarristen betrachte. Sein Herz, sagte er, liege im schönen melodischen Spielen, egal wie das Etikett laute. Diese Selbstbeschreibung ist aufschlussreich: Er verstand, dass es bei seiner Musik um eine Qualität von Klang und Ausdruck ging, nicht um eine Genrekategorie.
Vermächtnis: Klassische Gitarre in der amerikanischen Popmusik
Earl Klughs Vermächtnis für die klassische Gitarrenwelt ist in erster Linie eines der kulturellen Präsenz. Er demonstrierte einem enormen amerikanischen Mainstream-Publikum, dass die Nylonsaiten-Gitarre ernsthafte, raffinierte Musik in einem populären Kontext tragen kann. Seine Aufnahmen verkauften sich in sehr großen Zahlen, was bedeutet, dass die Stimme der Nylonsaiten-Gitarre Ohren erreichte, die sie durch den klassischen Konzertsaal nie gesucht hätten. Entdecke die klassische Gitarrensammlung bei Siccas Guitars.
Häufig gestellte Fragen
Spielte Earl Klugh eine klassische Gitarre?
Ja — er spielte die klassische Nylonsaiten-Gitarre während seiner gesamten Karriere, im Fingerstyle und ohne Plektrum, statt der für Jazzgitarristen typischen elektrischen Archtop.
Wie viele Grammy-Nominierungen erhielt Earl Klugh?
Zwölf Grammy-Nominierungen im Laufe seiner Karriere, mit einem Sieg — eine außergewöhnliche Bilanz, die die gleichbleibende Qualität und kommerzielle Attraktivität seines aufgenommenen Schaffens widerspiegelt.
Wer hatte den größten Einfluss auf Earl Klugh?
Chet Atkins war sein wichtigster Einfluss, neben Jazzgitarristen wie Wes Montgomery und George Benson.





