Diese Dokumentation stellt den deutschen Gitarrenbauer Carsten Kobs vor und gibt Einblick in seinen persönlichen Weg zum Gitarrenbau. Gefilmt in seiner Werkstatt in Hamburg, konzentriert sich der Film auf seinen musikalischen Hintergrund, seine klanglichen Vorstellungen und die Arbeitsweise, die seine Instrumente prägt. Statt einer technischen Anleitung zeigt die Dokumentation die Perspektive eines Gitarrenbauers, dessen Arbeit aus jahrzehntelangem Hören, Spielen und Reflektieren entstanden ist.
Frühe musikalische Prägungen
Carsten Kobs begann seine musikalische Laufbahn bereits in jungen Jahren. Zunächst spielte er Klavier, beeinflusst durch seinen Vater, der ein versierter Pianist war. Später rückte die Gitarre in den Mittelpunkt. Er lieh sich die Gitarre seiner Schwester, begann mit einfachen Akkorden und entwickelte schnell eine enge Beziehung zu diesem Instrument. Häufige Besuche in Gitarrengeschäften sowie der Kontakt mit elektrischen Gitarren und Bandmusik prägten sein frühes musikalisches Selbstverständnis. Künstler wie Pink Floyd spielten dabei eine wichtige Rolle.
Vom Gitarristen zum Gitarrenbauer
Lange bevor er als Luthier arbeitete, verstand sich Kobs in erster Linie als Gitarrist. Diese Perspektive beeinflusst seine Arbeit bis heute. Sein Verständnis für Gitarren basiert auf praktischer Spielerfahrung und weniger auf theoretischen Modellen. Die Dokumentation zeigt, wie dieser Hintergrund seine Entscheidungen im Gitarrenbau prägt, wobei Klang und Ansprache stets im Vordergrund stehen.
Die Entdeckung der Double-Top-Bauweise
Einen entscheidenden Wendepunkt markierte die Begegnung mit der Double-Top-Bauweise. Kobs wurde durch den befreundeten Gitarrenbauer Dieter Müller auf dieses Konzept aufmerksam gemacht. Nach intensiven Gesprächen und praktischer Anleitung, unter anderem zum Einsatz einer Vakuumpumpe, baute er seine erste Double-Top-Gitarre. Das Ergebnis entsprach genau seiner eigenen Klangvorstellung. Seitdem konzentriert er sich ausschließlich auf diese Bauweise.
Werkzeuge, Maschinen und Handwerk
Die Dokumentation zeigt auch Aspekte der Werkstattarbeit von Kobs. Er nutzt eine spezielle Maschine, die von dem ebenfalls in Hamburg ansässigen Gitarrenbauer Michael Wichmann entwickelt wurde. Vergleichbare Ergebnisse lassen sich auch von Hand erzielen, doch das Gerät ermöglicht einen effizienten und gleichmäßigen Arbeitsprozess. Für Kobs stehen Werkzeuge stets im Dienst der Idee, während klangliche Entscheidungen durch Erfahrung und Gehör bestimmt werden.
Klangfarben und musikalischer Ausdruck
Ein zentrales Thema seiner Arbeit ist die Suche nach klanglichen Farben. Kobs beschreibt Klang als etwas Wandelbares, das durch kleine Bewegungen der Hand und unterschiedliche Anschlagsarten beeinflusst wird. Sein Ziel ist es, Gitarren zu bauen, die dem Spieler eine breite Palette an Ausdrucksmöglichkeiten bieten. Diese Offenheit soll musikalische Interpretation unterstützen und nicht vorgeben.
Zusammenarbeit mit professionellen Gitarristen
Die Arbeit mit erfahrenen Musikern spielt für Kobs eine wichtige Rolle. Der Austausch mit professionellen Gitarristen ermöglicht es ihm, seine Instrumente im musikalischen Kontext zu beurteilen. Vergleiche mit Gitarren, die von Künstlern wie David Russell gespielt werden, waren für ihn prägende Erfahrungen. Über viele Jahre hinweg entwickelte sich so ein kontinuierlicher Dialog, der Einfluss auf jedes neue Instrument nimmt.
Der Bauprozess
Die Dokumentation streift zentrale Phasen des Gitarrenbaus. Mit dem Schließen des Korpus sind viele klangliche Entscheidungen bereits getroffen. Kobs beschreibt diesen Moment als einen wichtigen Übergang, an dem die innere Struktur abgeschlossen ist und die äußere Ausarbeitung beginnt. Hals, Oberfläche und Setup folgen, doch der grundlegende Klangcharakter ist zu diesem Zeitpunkt bereits festgelegt.
Die ersten Töne und die Bewertung
Zu den bedeutendsten Momenten zählt für Kobs das erste Spiel eines neuen Instruments durch einen Gitarristen. Zu beobachten, wie ein Musiker auf den Klang reagiert und ob die Gitarre den gesuchten Ausdruck ermöglicht, ist ein wesentlicher Teil seiner Einschätzung. Diese Erfahrungen fließen direkt in zukünftige Instrumente ein.
Materialien und persönliche Haltung
Zwischen Fichte und Zeder trifft Kobs keine grundsätzliche Wertung. Beide Deckenhölzer besitzen eigene Eigenschaften, deren Wirkung vom jeweiligen Instrument abhängt. Statt Materialien zu vergleichen, betrachtet er jede Gitarre als eigenständiges Projekt.
Gitarrenbau in Hamburg
Die Dokumentation endet mit einem klaren Bezug zu Hamburg als Arbeits- und Lebensort. Die Stadt ist Teil von Kobs’ Identität als Gitarrenbauer. Seine Instrumente spiegeln einen persönlichen, erfahrungsbasierten Ansatz wider, geprägt von Musik, Austausch und aufmerksamem Hören. Der Film zeigt einen Luthier, dessen Arbeit von inneren Klangvorstellungen und dem kontinuierlichen Dialog mit Musikern bestimmt wird.





