Du hast Canon in D tausendmal gehört – bei Hochzeiten, in Filmen, als Hintergrundmusik im halben Internet. Weniger bekannt ist, dass das Stück ursprünglich für drei Violinen und Basso continuo geschrieben wurde, komponiert von Johann Pachelbel, einem deutschen Komponisten und Organisten des späten Barock. Auf der klassischen Gitarre verliert es nichts von seinem Charme; wenn überhaupt, kommt das Ineinandergreifen von Melodie und Harmonie auf einem einzigen Instrument besonders schön zur Geltung.
Unser Tutorial wird von Karlijn Langendijk unterrichtet, einer niederländischen klassischen Gitarristin, die mühelos zwischen klassischem und zeitgenössischem Spiel wechselt. Schau ihr beim Spielen zu und lass dir alles erklären – das Video findest du unten, danach gibt es weitere Tipps zum Üben.
Ein bisschen Geschichte und Aufbau
Pachelbel schrieb den Canon (zusammen mit einer Gigue) in D-Dur Ende des 17. Jahrhunderts. Er basiert auf einem Basso ostinato – einer kurzen Basslinie von nur wenigen Takten, die von Anfang bis Ende wiederholt wird – über der sich ein dreistimmiger Kanon entfaltet, wobei jede Stimme dasselbe Thema etwas später als die vorherige einsetzt. Das ist das Geheimnis hinter dem geschichteten, immer dichter werdenden Klang: Die Harmonie verändert sich nie, und doch gewinnt jede Wiederholung an Gewicht. Auf der Gitarre wirst du die Akkordfolge sofort erkennen, und genau diese Wiederholung macht das Stück so gut erlernbar.
Warum es auf der Gitarre so gut funktioniert
Die ineinandergreifenden Stimmen des Originals lassen sich auf sechs Saiten ganz natürlich umsetzen: Der Bass hält das Fundament, während sich die Melodie darüber bewegt. Da die Akkordfolge sich wiederholt, kannst du dich ganz auf eine harmonische Welt konzentrieren und deine Aufmerksamkeit auf das richten, was das Stück wirklich zum Klingen bringt – saubere Arpeggios, gleichmäßiges Timing und Klangqualität. Für fortgeschrittene Anfänger bis hin zu Fortgeschrittenen ist es ein lohnendes Stück: Der Bass ist unkompliziert, was dir Freiraum gibt, die Melodie zu entfalten und sicher in verschiedene Lagen auf dem Griffbrett zu wechseln.
Karlijns Tipps für ein gutes Spiel
- Erst die Fingerposition. Eine saubere, bewusste Fingerplatzierung sorgt dafür, dass jede Note klar klingt und die Übergänge zwischen Melodie und Harmonie fließend sind.
- Nutze die Dynamik. Da sich die Harmonie wiederholt, kommst du selbst ins Spiel – steigere die Intensität schrittweise über die Wiederholungen, anstatt jeden Durchgang gleich zu spielen.
- Halte ein gleichmäßiges Tempo. Gleichmäßiges Timing ist hier alles. Übe mit einem Metronom, bis der Bass absolut stabil sitzt, und lass dann die Melodie darüber frei atmen.
- Achte auf deinen Klang. Strebe einen warmen, resonanten Ton an – er verleiht Pachelbels Akkordfolge ihren ruhigen, vollen Charakter.
Wo du die Noten bekommst
Pachelbel ist gemeinfrei, die Noten kannst du also legal kostenlos herunterladen. Schau dir unseren Leitfaden zu kostenlosen klassischen Gitarrennoten an und wähle eine Ausgabe mit klaren Fingersätzen.
Häufig gestellte Fragen
Ist Canon in D schwer auf der klassischen Gitarre?
Es eignet sich gut für fortgeschrittene Anfänger und Fortgeschrittene. Die sich wiederholende Basslinie macht es zugänglicher, als es klingt; die eigentliche Arbeit liegt in einem gleichmäßigen Timing und einem ausgewogenen Klang.
Wer hat Canon in D geschrieben, und für welche Instrumente?
Johann Pachelbel, Ende des 17. Jahrhunderts, ursprünglich für drei Violinen und Basso continuo. Später wurde es zu einem Lieblingstück auf der klassischen Gitarre.
Sind die Noten kostenlos?
Ja – Pachelbel ist gemeinfrei, sodass Noten von seriösen Quellen wie IMSLP kostenlos erhältlich sind.
Fängst du gerade erst an? Lies unseren Einsteiger-Kaufratgeber, oder stöbere in unseren klassischen Gitarren →





