Brandon Acker ist einer der bekanntesten Botschafter für historische Zupfinstrumente unserer Zeit. Der amerikanische Gitarrist und Lautenist hat Millionen von Zuhörern an Laute, Theorbe und Barockgitarre herangeführt und verbindet wissenschaftliche Neugier mit einer ungewöhnlich zugänglichen Art, historische Musik zu erklären. Auf dem Siccas-Guitars-Kanal hat er Repertoire von der Renaissance bis zum Barock erkundet — darunter seine Aufnahme von Dowlands Lachrimae Pavan.
Hier spielt er Fortune My Foe, eine der berühmtesten Melodien des elisabethanischen England, in einer Fassung, die mit John Dowland verbunden ist — diesmal nicht auf der Laute, sondern auf einem durch und durch modernen Instrument: der Siccas Luthiers Creation Doubletop Triptych.
Über Fortune My Foe
Fortune My Foe ist eine anonyme englische Balladenmelodie aus dem sechzehnten Jahrhundert und war eine der bekanntesten Weisen ihrer Zeit. Sie erwarb sich einen düsteren Ruf: Flugblatt-Balladen über Verbrechen und Hinrichtungen wurden häufig auf diese Melodie gesungen, was ihr den Beinamen der „Galgenmelodie“ einbrachte. Ihr langsamer, ernster Charakter machte sie zu einem beliebten Gegenstand für Instrumentalvariationen.
Viele Komponisten der Epoche bearbeiteten die Melodie, und eine bekannte Lautenfassung wird John Dowland (1563–1626) zugeschrieben, dem größten englischen Lautenisten und Komponisten seiner Generation. Dowland baute eine ganze Ästhetik um die Melancholie — sein Motto „Semper Dowland, semper dolens“ (immer Dowland, immer trauernd) sagt es unverblümt — und Fortune My Foe passt perfekt in diese Welt. Wenn du tiefer in sein Leben und seine Musik eintauchen möchtest, lies unseren Beitrag über John Dowland und die klassische Gitarre.
Renaissance-Melancholie auf einer Doubletop-Gitarre
Ein Teil der Faszination dieser Aufnahme liegt im Aufeinandertreffen zweier Welten. Die Creation Doubletop Triptych von Siccas Luthiers ist ein zeitgenössisches Konzertinstrument in moderner Doubletop-Bauweise — eine Konstruktion, die der Gitarre außergewöhnliche Ansprache und Dynamikbreite verleiht. Wie diese Bauweise funktioniert, erfährst du in unserem Artikel über Doubletop-Konzertgitarren.
In Ackers Händen dient diese moderne Klangpalette einer 400 Jahre alten Melodie: Die Gitarre flüstert, wo eine Laute flüstern würde, kann sich aber auch mit einer Farbtiefe öffnen, die kein Renaissance-Instrument besaß. Es ist eine wunderschöne Demonstration dafür, warum Alte Musik immer wieder ein natürliches Zuhause auf der modernen Konzertgitarre findet.
Das Video
Entdecke mehr Alte Musik auf sechs Saiten in unserem Dowland-Repertoire-Guide oder stöbere in unserer Kollektion der Doubletop-Gitarren, um zu hören, was moderner Gitarrenbau leisten kann.





