A Concert Video with Ana Vidovic at Siccas Guitars

Ein Konzertvideo mit Ana Vidovic bei Siccas Guitars

In der Musikgeschichte gibt es nur wenige Künstlerinnen und Künstler, die sich durch musikalische Einsicht, technische Beständigkeit und eine persönliche Präsenz auszeichnen, die jede Interpretation prägt. Ana Vidovic gehört zu diesem Kreis. Ihre Arbeit als klassische Gitarristin ist das Ergebnis einer langfristigen künstlerischen Entwicklung, getragen von Disziplin, Zuhören und einem klaren Verständnis musikalischer Strukturen. Ihre Interpretationen entstehen aus Konzentration, Ausgewogenheit und einem durchgehenden musikalischen Gedanken.

Dieses Konzertvideo, aufgenommen im Studio von Siccas Guitars, dokumentiert ein Programm, das unterschiedliche musikalische Epochen und ästhetische Sprachen miteinander verbindet. Die Auswahl der Werke zeigt die klassische Gitarre als verbindendes Instrument zwischen barocker Form, romantischer Klangsprache und rhythmischer Ausdruckskraft des 20. Jahrhunderts.

Eine gewachsene musikalische Beziehung zu Siccas Guitars

Die Aufnahme markiert den vierten Besuch von Ana Vidovic bei Siccas Guitars. Über die Jahre ist daraus eine kontinuierliche künstlerische Zusammenarbeit entstanden. Jede dieser Begegnungen hat neue Perspektiven auf ihr Repertoire, ihre Instrumentenwahl und ihre interpretatorischen Schwerpunkte eröffnet und so ein wachsendes musikalisches Archiv entstehen lassen.

Für Siccas Guitars sind solche Projekte Teil eines langfristigen Ansatzes, Musikerinnen und Musiker in einem konzentrierten und respektvollen Rahmen zu präsentieren. Im Mittelpunkt steht dabei die Schaffung von Bedingungen, unter denen musikalische Substanz ohne Ablenkung erfahrbar wird.

Das Instrument: Eine klassische Gitarre von Jim Redgate aus dem Jahr 2025

Für dieses Konzert spielt Ana Vidovic eine klassische Gitarre von Jim Redgate, fertiggestellt im Jahr 2025 und exklusiv für Siccas Guitars gebaut. Redgates Instrumente sind bekannt für ihre konstruktive Präzision, kontrollierte Resonanz und gleichmäßige Ansprache über das gesamte Griffbrett. Sein moderner Ansatz im Gitarrenbau zielt auf Klarheit, Stabilität und Verlässlichkeit.

Im Verlauf des Programms trägt die Gitarre ein breites dynamisches Spektrum. Feinste Nuancen im Anschlag bleiben ebenso hörbar wie klar artikulierte rhythmische Passagen. Diese Ausgewogenheit unterstützt sowohl komplexe musikalische Strukturen als auch lange zusammenhängende Phrasen.

Das Programm als musikalische Erzählung

Das Programm vereint Werke von Johann Sebastian Bach, Astor Piazzolla und Franz Schubert. Trotz ihrer unterschiedlichen historischen Hintergründe verbindet diese Komponisten eine starke melodische Identität und ein ausgeprägtes Formbewusstsein. Die Abfolge der Stücke schafft eine zusammenhängende musikalische Erzählung statt einer bloßen Aneinanderreihung von Kontrasten.

Der Bogen führt von barocken Tanzformen über tango-inspirierte Klangwelten bis zur romantischen Liedtradition und kehrt schließlich zu Bach in einem Werk von groß angelegter formaler Gestaltung zurück. Diese Struktur lädt zu konzentriertem Hören ein und verdeutlicht die Vielseitigkeit der klassischen Gitarre.

Johann Sebastian Bach: Flötenpartita a-Moll

Den Beginn des Konzerts bildet die Flötenpartita a-Moll von Johann Sebastian Bach in einer Bearbeitung für klassische Gitarre. Die Suite besteht aus vier Sätzen: Allemande, Corrente, Sarabande und Bourrée Anglaise. Jeder Satz ist durch einen spezifischen Tanzcharakter geprägt und erfordert rhythmische Klarheit sowie ein feines Gespür für Proportionen.

Auf der Gitarre verlangt dieses Werk eine präzise Gestaltung von Artikulation und Phrasierung, um polyphone Zusammenhänge innerhalb einer überwiegend linearen Struktur anzudeuten. Ana Vidovic legt den Schwerpunkt auf Linienführung und rhythmische Stabilität, wodurch der tänzerische Ursprung der Musik klar erkennbar bleibt.

Astor Piazzolla: Nuevo Tango auf der klassischen Gitarre

Der zentrale Teil des Programms ist drei Werken von Astor Piazzolla gewidmet: Verano Porteño, Milonga del Ángel und La Muerte del Ángel. Diese Kompositionen stehen für Piazzollas Nuevo-Tango-Stil, in dem traditionelle Elemente des argentinischen Tangos mit klassischer Form und rhythmischer Komplexität verbunden werden.

Auf der klassischen Gitarre erfordern diese Stücke präzise rhythmische Kontrolle, klare Artikulation und schnelle Wechsel zwischen unterschiedlichen Charakteren. Scharfe Akzente und perkussive Elemente stehen neben getragenen, lyrischen Passagen. Die Interpretation wahrt dabei eine klare Balance zwischen Spannung und Kontinuität.

Franz Schubert: Ständchen

Ständchen von Franz Schubert erklingt in einer Gitarrenbearbeitung, die den vokalen Charakter des Originals bewahrt. Die Melodie entfaltet sich ruhig und gleichmäßig, getragen von einer Begleitung, die ein hohes Maß an Balance und klanglicher Kontrolle erfordert.

In dieser Fassung übernimmt die Gitarre zugleich die Rolle der Stimme und der harmonischen Grundlage. Legatophrasierung und fein abgestufte Dynamik sind entscheidend, um die intime Wirkung des Stückes zu erhalten. Innerhalb des Programms bildet Ständchen einen Moment der Ruhe und Konzentration.

Johann Sebastian Bach: Chaconne

Den Abschluss des Konzerts bildet die Chaconne von Johann Sebastian Bach, ursprünglich für Violine solo geschrieben und eines der anspruchsvollsten Werke des Repertoires. In der Fassung für klassische Gitarre verlangt die Chaconne einen klaren Überblick über die Form, Ausdauer und eine gleichbleibende Klangqualität über eine lange Folge von Variationen hinweg.

Ana Vidovic nähert sich dem Werk aus einer architektonischen Perspektive. Harmonische Entwicklungen und formale Zusammenhänge bestimmen den musikalischen Verlauf und verbinden die einzelnen Variationen zu einem geschlossenen Ganzen.

Die Aufnahmesituation bei Siccas Guitars

Das Konzertvideo wurde im Studio von Siccas Guitars aufgenommen, einem Raum, der für die präzise Abbildung des natürlichen Gitarrenklangs konzipiert ist. Die Akustik unterstützt Transparenz und Detailreichtum, sodass Artikulation, Resonanz und dynamische Nuancen deutlich wahrnehmbar bleiben.

Dieser Ansatz verzichtet bewusst auf übermäßige Nachbearbeitung und stellt die direkte Beziehung zwischen Musikerin, Instrument und Raum in den Vordergrund. Er entspricht der Haltung von Siccas Guitars, Klang zu dokumentieren statt ihn nachträglich zu formen.

Musik, Gitarrenbau und künstlerische Kontinuität

Dieses Konzertvideo dokumentiert das Zusammenspiel von Interpretation, Gitarrenbau und Aufnahmepraxis. Es zeigt Ana Vidovic mit einem stilistisch vielfältigen Programm auf einer modernen klassischen Gitarre von Jim Redgate in einem Umfeld, das auf konzentriertes Hören ausgerichtet ist.

Gleichzeitig spiegelt die Aufnahme die Rolle von Siccas Guitars als Ort wider, an dem Musikerinnen, Luthiers und Instrumente über Jahre hinweg zusammenkommen. Das Ergebnis ist ein detailliertes musikalisches Dokument, das historisches Repertoire, zeitgenössischen Gitarrenbau und individuelle künstlerische Handschrift miteinander verbindet.

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