Früher Weg zum Gitarrenbau
Walter Verreydt baute seine ersten Instrumente im Jahr 1985. Als Lehrer für Holzbearbeitung und leidenschaftlicher Musikliebhaber war es für ihn ein natürlicher Schritt, sich dem Bau von Musikinstrumenten zu widmen. Die Faszination für den Klang der klassischen Gitarre wurde bald zur treibenden Kraft hinter seiner Hingabe an das Luthierie.
Einflüsse und Handwerk
Von Anfang an hatte er die Möglichkeit, Instrumente renommierter Meister wie Bouchet, Fleta und Hernandez-Aguado zu studieren. Er pflegte auch wertvolle Kontakte zu bedeutenden Luthiers wie Daniel Friedrich und José Romanillos, was ihm ein reiches Wissensfundament verschaffte. Während seiner Zeit in Granada lernte er die elegante und verfeinerte süd-spanische Gitarrenbautradition kennen, die bis heute seinen ästhetischen und konstruktiven Ansatz beeinflusst.
Lehrtätigkeit und Philosophie
Seit 1988 unterrichtet Walter klassischen Gitarrenbau am Centrum voor Muziekinstrumentenbouw in Puurs (Belgien). Neben den technischen Grundlagen fördert er bei seinen Schülern Sensibilität für das Instrument und Respekt vor dem Handwerk.
Konstruktion und Materialien
Jede Gitarre wird in der spanischen Tradition von Hand gefertigt und spiegelt eine fortlaufende persönliche Entwicklung und kontinuierliches Studium wider. Aus diesem Grund können Details wie die Kopfplattenform oder subtile Variationen in der Korpuskontur von Instrument zu Instrument abweichen.
Alle Gitarren werden aus sorgfältig ausgewählten Tonhölzern gebaut, die unter optimalen Bedingungen mehr als zehn Jahre gelagert wurden. Die Rosetten werden individuell entworfen und in kleinen Mengen aus Buchsbaum, Ebenholz, Ahorn, Mahagoni, Palisander und verschiedenen Obsthölzern gefertigt.
Spezifikationen
Standard-Mensur: 650 mm (andere Längen auf Anfrage)
Mechaniken: Irvin Sloane (Alternativen auf Anfrage)
Holzauswahl:
Decke: Europäische Fichte, Western Red Cedar, Sitka-Fichte
Boden und Zargen: Palisander, Europäischer Ahorn, Zypresse
Hals: Zeder
Das Handwerk
Der Konzertgitarrenbau auf höchstem Niveau erfordert jahrelang angesammeltes Wissen: wie einzelne Holzstücke schwingen, wie Balkenstrukturen die Klangbalance beeinflussen, wie kleine geometrische Veränderungen den Charakter eines Instruments verschieben. Eine fertige Konzertgitarre repräsentiert in der Regel mehrere hundert Stunden Handarbeit. Jede Entscheidung – Holzauswahl, Gewölbehöhe, Balkendimensionen – prägt, was ein Spieler mit dem fertigen Instrument erreichen kann.





