Biografie
Vladimir Druzhinin wurde 1983 in Nowosibirsk, Russland, in eine Wissenschaftlerfamilie geboren. Nach dem Abitur mit Schwerpunkt Physik und Mathematik trat er in die Staatliche Universität Nowosibirsk ein und schloss 2004 sein Bachelorstudium in Physik ab. Er setzte sein Studium in Beschleunigerphysik fort und erlangte 2006 seinen Masterabschluss. Von 2000 bis 2008 arbeitete und forschte er am Budker Institut für Kernphysik.
Parallel zu seinem akademischen Studium besuchte er die Streicherabteilung des Nowosibirsker Musikkollegs, wo er ab 2004 Kontrabass studierte. 2007 trat er als Bassist der lokalen Philharmoniker Big Band bei. Von da an stand die musikalische Tätigkeit im Vordergrund, und er etablierte sich schnell in der Jazzszene Nowosibirks – sowohl in der Big Band als auch als Session-Musiker.
2010 zog er nach Moskau, wo er Timofey Tkach kennenlernte und dessen Lehrling wurde. Unter dieser Anleitung wechselte er vollständig zum Luthierie, das seitdem seine Hauptbeschäftigung geblieben ist.
Heute arbeitet er selbstständig in seiner eigenen Werkstatt, baut verschiedene Modelle klassischer Gitarren und Lauten, führt Restaurierungsarbeiten durch und entwickelt sein eigenes akustisches Bassdesign. Für ihn ist die Schöpfung akustischer Instrumente ein präzises Handwerk, das sich zu einer Kunstform entwickelt – geprägt durch Neugier und stetige Entdeckung.
Philosophie
In seinem Instrumentenbau folgt Druzhinin den Prinzipien der klassischen spanischen Schule. Er lässt sich von Persönlichkeiten wie Antonio de Torres Jurado inspirieren, der im späten 19. Jahrhundert wesentliche Konzepte des Gitarrendesigns definierte. Er erkennt auch die Arbeit von Manuel Ramírez, Domingo Esteso, Santos Hernández und Hermann Hauser I an, deren Beiträge das Instrument im frühen 20. Jahrhundert prägten. Spätere Baumeister wie José Ramírez III und Miguel Rodríguez haben die Entwicklung der modernen klassischen Gitarre weiter vorangetrieben.
Er betrachtet jedes Instrument als komplexen akustischen Resonator, der bewusstes Design und feinfühliges Stimmen erfordert. Sein Ziel ist es, professionelle Instrumente höchster Klasse zu bauen, die durch außergewöhnliche akustische Qualitäten ausgezeichnet sind. Dafür wählt er feine Materialien, führt präzise Holzarbeiten durch und wendet einen sorgfältigen schrittweisen Ansatz beim Stimmen von Decke und Korpus an.
Ästhetik und Ergonomie jeder Gitarre wird große Bedeutung beigemessen, in der klassischen Tradition der großen spanischen Luthiers.
Das Handwerk
Der Konzertgitarrenbau auf höchstem Niveau erfordert jahrelang angesammeltes Wissen: wie einzelne Holzstücke schwingen, wie Balkenstrukturen die Klangbalance beeinflussen, wie kleine geometrische Veränderungen den Charakter eines Instruments verschieben. Eine fertige Konzertgitarre repräsentiert in der Regel mehrere hundert Stunden Handarbeit. Jede Entscheidung – Holzauswahl, Gewölbehöhe, Balkendimensionen – prägt, was ein Spieler mit dem fertigen Instrument erreichen kann.





