Biografie
Antonio Marín Montero wurde 1933 in Granada geboren. Ohne familiären Hintergrund im Gitarrenbau fand er seinen Weg in das Handwerk über verschiedene Marketerie-Werkstätten und überwand dabei zahlreiche Hürden. Als junger Mann arbeitete er in der Werkstatt von Francisco Moya. 1957 trat er in die Werkstatt von Meister Pérez ein, und 1959 besuchte er auf Rat seines Vaters Eduardo Ferrer, dessen Gitarrenwerkstatt in der Nähe der Alhambra für seine Entwicklung entscheidend werden sollte.
1977 reiste Marín nach Paris, um den Luthier Robert Bouchet kennenzulernen. Von diesem Moment an verfeinerte und übernahm er Bouchets Schablone mit außergewöhnlicher Präzision. Sein Streben nach Perfektion zog viele angehende Luthiers in seine Werkstatt. Darunter waren sein Neffe José Marín Plazuelo und José González López, die beide mehr als dreißig Jahre lang an seiner Seite arbeiteten.
Der Ruf von Antonio Marín ist international, besonders in Europa, den USA und Japan. Viele renommierte Konzertmusiker haben auf seinen Gitarren gespielt. Obwohl er als älterer Herr immer weniger arbeitet, sind seine Instrumente nach wie vor heiß begehrt. Er hat nie mit Wartelisten gearbeitet, was den Erwerb einer seiner Gitarren zu einer Frage der Geduld und des Engagements macht.
Hauptsächlich für klassische Gitarren bekannt, aber auch für seine Flamenco-Instrumente geschätzt, wird Maríns Arbeit für ihren runden, weichen und singenden Ton bewundert, mit charakteristischen Höhen, resonanten Bässen und hervorragender Spielbarkeit. Diese Qualitäten haben seine Instrumente zu wahren Ausnahmeerscheinungen im zeitgenössischen spanischen Gitarrenbau gemacht.
Granada und die lebendige Tradition
Antonio Marín Montero wurde 1933 in Granada geboren und begann mit vierzehn Jahren in einer Möbelwerkstatt zu arbeiten, bevor er 1959 schließlich das Atelier von Eduardo Ferrer an der Cuesta de Gomérez – der Straße zur Alhambra – fand. Ferrers Linie verbindet sich direkt mit Antonio de Torres über Benito Ferrer (1843–1925) und stellt Marín Montero in einen ungebrochenen Generationsfaden vom Gründervater des modernen klassischen Gitarrenbaus.
1977 führten japanische Kunden ihn zum französischen Meister Robert Bouchet, dessen Instrumente vom Duo Lagoya-Presti gespielt worden waren. Marín Montero verbrachte Monate in Bouchets Werkstatt in Frankreich und baute gemeinsam drei Gitarren; weitere Zusammenarbeit folgte 1979 in der Normandie. Daraus entstand das „Bouchet–Marín Montero-Modell", das Bouchets Fächerbalken-Geometrie mit Granadas Holzverarbeitungstraditionen verschmilzt. Er gilt weithin als die zentrale lebende Persönlichkeit der Granadiner Gitarrenbauschule – das städtische Äquivalent dessen, was Cremona für die Violine bedeutet. 2017 benannte das Internationale Gitarrenfestival Granada seinen Gitarrenbau-Wettbewerb nach ihm. Sein Neffe José Marín Plazuelo teilt die Werkstatt seit 1979.





