Manche Laufbahnen werden Stadt für Stadt gebaut; die von Jacob Cordover wurde Kontinent für Kontinent gebaut. Der australische Gitarrist, lange in Barcelona zu Hause, hat das Publikum in mehr als einem Dutzend Ländern auf vier Kontinenten begeistert und bewegt sich mühelos zwischen Soloabenden, Kammermusik und den Seitenwegen des vergessenen Repertoires des 19. Jahrhunderts. Es ist jene neugierige, weitgespannte Musikalität, die das Instrument lebendig hält.
Ein Suzuki-Anfang in Australien
Cordover bat schon mit drei oder vier Jahren darum, Gitarre spielen zu dürfen; seine Eltern kauften ihm mit etwa zehn ein Instrument und meldeten ihn zum Suzuki-Unterricht an. Seine prägenden Studien absolvierte er an der School of Music der Australian National University beim renommierten Interpreten und Lehrer Timothy Kain. Von dort wurde seine Ausbildung international: Aufbaustudium an der Escola Superior de Música de Catalunya bei Laura Young und an der Escola Luthier bei Arnaldur Arnarson in Barcelona, der Stadt, die er zu seiner Heimat machte.
Ein Kenner der Epoche
Cordover widmete sich auch der historischen Seite des Instruments und studierte die Aufführungspraxis des 19. Jahrhunderts bei Carlo Barone an der Academia l'Ottocento in Paris; mehrere lange Aufenthalte verbrachte er am Banff Centre for the Arts in Kanada. Diese Schulung zeigt sich in seiner Programmgestaltung: Man hört ihn ebenso wahrscheinlich eine Uraufführung geben wie ein vergessenes romantisches Kleinod auf einem historischen Instrument wiederbeleben.
Solist und Kammermusiker
Er ist in ganz Australien, Kanada, den USA, Spanien, Frankreich, Deutschland, Italien und Großbritannien aufgetreten, allein und mit seinen Kammerensembles — dem Zoco Duo mit der Oboistin Laura Karney und dem Australian Guitar Duo, das er bereits 2000 mit Rupert Boyd gründete, noch während des Studiums bei Timothy Kain. Seine Diskografie umfasst acht CDs, vier solistisch und vier im Duo, und sein Spiel war in Fernseh-, Radio- und Podcast-Sendungen zu hören.
Vom Barock zum Neuen
Was alles zusammenhält, ist die Spannweite. Cordover programmiert frei vom Barock bis zur Gegenwart, vertraut mit dem lateinamerikanischen Repertoire — den venezolanischen Walzern von Antonio Lauro etwa — ebenso wie mit der europäischen Tradition. Er war Preisträger bei Wettbewerben, darunter der Internationale Gitarrenwettbewerb des Festivals von Córdoba in Spanien. Bei aller Reiselust behält seine Musik eine Direktheit und Wärme, die das Publikum auf vier Kontinenten erkannt hat.
Häufige Fragen
Woher kommt Jacob Cordover?
Er ist Australier, an der Australian National University ausgebildet, und lebt in Barcelona.
Bei wem studierte er?
Bei Timothy Kain in Australien und später unter anderem bei Laura Young und Arnaldur Arnarson in Barcelona.
In welchen Ensembles spielt er?
Im Zoco Duo (mit Oboe) und im Australian Guitar Duo (mit Rupert Boyd), neben seiner Solo-Laufbahn.





