Die klassische Gitarre brauchte stets zwei Arten von Liebhabern: jene, die sie spielen, und jene, die über sie nachdenken und schreiben. Carlo Fierens ist ungewöhnlich, weil er beides auf höchstem Niveau ist — ein feiner Konzertgitarrist und ein ernsthafter Musikwissenschaftler, dessen Forschung alles prägt, was er auf der Bühne tut. Ihn Musik des 19. Jahrhunderts spielen zu hören, mitunter auf historischen Instrumenten, heißt, Gelehrsamkeit und Kunst in einem Atemzug zu hören.
In das Instrument hineingeboren
Fierens wurde im italienischen Finale Ligure geboren, und sein erster Lehrer war sein eigener Vater, Guillermo Fierens, ein international gefeierter Gitarrist. Er erwarb sein Diplom am Konservatorium Alessandria mit Bestnoten — zehn cum laude — und einen Master am Konservatorium Trient, erneut mit höchster Auszeichnung und besonderer Erwähnung. Wenige Spieler beginnen mit einer solchen Verbindung aus Erbe und Strenge.
Ein preisgekrönter Interpret
Seine Konzertlaufbahn begann früh und brachte mehr als zehn erste Preise bei nationalen und internationalen Wettbewerben, darunter der Alirio-Díaz-Wettbewerb in Rom, der „Italian Festival"-Wettbewerb und der Matinée-Musicale-Wettbewerb in Indianapolis. Er hat in Amerika, Europa, Afrika und Asien gespielt, in so namhaften Häusern wie dem Kennedy Center in Washington, der Munetsugu Hall in Nagoya und dem Museu Villa-Lobos in Rio de Janeiro — eine wahrhaft globale Reiseroute.
Der Wissenschaftler
Was Fierens heraushebt, ist die zweite Hälfte seines Lebenswerks. Er erwarb Bachelor und Master in Musikwissenschaft an der Universität Cremona, abgeschlossen summa cum laude, und gewann 2010 ein Stipendium an die Paul-Sacher-Stiftung in Basel, eines der großen Archive der Musik des 20. Jahrhunderts, wo er das zeitgenössische Gitarrenrepertoire erforschte. Er hat Vorträge gehalten und Aufsätze veröffentlicht, vor allem über Gitarrenmusik und lebende Komponisten. Ein Interpret, für den Spielen und Verstehen untrennbar sind.
Lehrer und Interpret
Heute ist Fierens hauptamtlicher Gitarrenprofessor am Konservatorium „G. F. Ghedini" in Cuneo und gibt sowohl das Handwerk als auch die Gelehrsamkeit an eine neue Generation weiter. Seine besondere Liebe zum Repertoire des 19. Jahrhunderts — Komponisten wie Napoléon Coste, gespielt auf den Instrumenten ihrer Zeit — verleiht seinen Konzerten eine seltene Authentizität. Er erinnert daran, dass die Gitarre eine Geschichte hat, die es zu kennen lohnt — und dass dieses Wissen die Musik klarer sprechen lässt.
Häufige Fragen
Wer ist Carlo Fierens?
Ein italienischer Klassikgitarrist und Musikwissenschaftler, Sohn des Gitarristen Guillermo Fierens und Professor am Konservatorium Cuneo.
Was zeichnet ihn aus?
Er verbindet eine preisgekrönte Konzertlaufbahn mit ernsthafter Forschung, unter anderem an der Paul-Sacher-Stiftung in Basel.
Was spielt er gern?
Ein breites Repertoire mit besonderem Schwerpunkt auf der Musik des 19. Jahrhunderts, mitunter auf historischen Instrumenten.





