Badi Assad
Badi Assad (eigentlich Mariangela Assad Simão, geboren 23. Dezember 1966 in São João da Boa Vista, Brasilien) ist eine der unverwechselbarsten Stimmen der brasilianischen Musik. Als klassische Gitarristin, Sängerin und Komponistin verbindet sie klassische Technik mit brasilianischer Popularmusik, Jazz und erweiterten Soloperformance-Techniken. Sie ist die Schwester des bekannten Duos Assad (Sérgio und Odair Assad) und trat u. a. an der Opéra de Paris, im Metropolitan Museum of Art in New York und beim North Sea Jazz Festival auf.
Hintergrund
Assad wuchs in einem musikalischen Elternhaus auf: Ihr Vater Jorge Assad libanesischer Abstammung spielte Bandolim, ihre Mutter Angelina war Sängerin. Mit 14 Jahren begann sie Gitarre zu lernen, zunächst unterrichtet von Vater und Brüdern, und studierte anschließend am Konservatorium und an der Universität von Rio de Janeiro, wo sie im Gitarrenorchester unter Dirigent Turibio Santos spielte.
1984 gewann sie den Concurso Jovens Instrumentistas in Rio de Janeiro, 1987 wurde sie beim Internationalen Villa-Lobos-Festival zur besten brasilianischen Gitarristin gewählt. Guitar Player zählte sie zu den zehn Gitarristen, die das Instrument in den 1990er Jahren prägen würden; ihr Album Rhythms (Chesky Records, 1995) wurde im Guitar Player-Leserumfrage 1996 zum besten klassischen Album des Jahres gewählt.
Um 1998 wurde bei ihr eine fokale Dystonie diagnostiziert, die ihre Gitarrenkarriere für mehrere Jahre unterbrach. Nach zweijähriger Rehabilitation gelang ihr eine vollständige Genesung. 2004 wurde sie von Deutsche Grammophon unter Vertrag genommen; es folgten Verde und das international gefeierte Wonderland (2006), das die BBC London unter die 100 besten CDs des Jahres wählte. Sie kollaborierte u. a. mit Bobby McFerrin, Pat Metheny, Yo-Yo Ma und Milton Nascimento. 2018 gewann der Dokumentarfilm BADI den Preis als bester Dokumentarfilm beim Lateinamerikanischen und Brasilianischen Filmfestival. Ihr aktuelles Album Bentu (mit Sérgio Pererê, Oktober 2024) setzt diese Suche fort.
Auftritt bei Siccas Guitars
Im Mai 2026 gab Badi Assad ein Online-Konzert im Siccas-Guitars-Studio in Karlsruhe mit Eigenkompositionen und südamerikanischen Arrangements auf einer Siccas Luthiers „Creation“ Triptych-Gitarre.
Diskografie (Auswahl)
- Rhythms (Chesky Records, 1995)
- Chameleon (PolyGram, 1998)
- Three Guitars mit Larry Coryell und John Abercrombie (Chesky, 2003)
- Verde (Deutsche Grammophon, 2004)
- Wonderland (Deutsche Grammophon, 2006)
- Bentu mit Sérgio Pererê (2024)
Weitere Konzertgitarristen finden Sie in unserer Übersicht Große Klassische Gitarristen.





