Daniel Friederich - 1968
Daniel Friederich - 1968
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Daniel Friederich wurde am 16. Januar 1932 geboren und verstarb im Jahr 2020. Obwohl er den Wunsch hatte, Gitarrist zu werden, fehlten ihm die finanziellen Mittel für den Kauf eines Instruments. Im Alter von dreiundzwanzig Jahren baute er daher seine erste Gitarre selbst, eine Kopie eines Simplicio-Modells. Während dieser prägenden Zeit wurde er von seinem Lehrer Christian Aubin unterstützt, einem angesehenen Gitarrenbauer. Nachdem er eigene Werkzeuge angefertigt und weitere Erfahrung gesammelt hatte, legte Friederich sein fünfzehntes Instrument Robert Bouchet vor, dessen Arbeit ihn nachhaltig beeinflusste. Im Laufe seiner Karriere griff Friederich einzelne konstruktive Prinzipien Bouchets auf und entwickelte sie eigenständig weiter.
In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich Daniel Friederich zu einem der international angesehensten Gitarrenbauer. Nach einer langen und prägenden Laufbahn zog er sich 2015 aus dem Gitarrenbau zurück und verkaufte seine Werkzeuge, womit seine Werkstattarbeit endgültig endete.
Das Récital-Modell von 1968 zeichnet sich durch einen tiefen, samtigen Klangcharakter und eine ausgeprägte Differenzierungsfähigkeit aus. Der Ton entfaltet sich mit Dichte und Klarheit und verbindet tragende, singende Qualitäten mit einer fein abgestuften Dynamik. Im Vergleich zu einigen seiner kräftiger gebauten Konzertinstrumente besitzt dieses Exemplar ein schlankeres, gerundetes Halsprofil, das der linken Hand eine komfortable Spielhaltung ermöglicht. Das Instrument spricht frei an und entwickelt eine intensive Schwingung, die ein breites Spektrum an Klangfarben und Ausdrucksmöglichkeiten unterstützt.
Die Gitarre befindet sich noch im originalen Lack und mit den originalen Mechaniken. Drei Risse in der Decke wurden fachgerecht repariert: zwei im Bereich der Decke, einer unterhalb des Steges und einer neben dem Griffbrett, sowie eine kleine Ausbesserung im unteren Zargenbereich, wo ein Vorbesitzer ein Loch für einen Gurtpin gebohrt hatte. Bei diesen Reparaturen wurden keine Späne oder Verstärkungen eingesetzt. Leichte Spielspuren unter den E-Saiten wurden behutsam retuschiert. Insgesamt ist das Instrument strukturell stabil und stellt ein bedeutendes Beispiel für Friederichs Arbeit aus den späten 1960er-Jahren dar, einer Phase, die als zentral für seine künstlerische Reife gilt.









