Carlos Perez Nanclares - 1952
Carlos Perez Nanclares - 1952
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Über den Gitarrenbauer
Carlos Perez de Nanclares steht in der Madrider Linie des Gitarrenbaus und ist eng mit der Werkstatt der Familie Ramirez verbunden, wo er als einer der begabtesten Schüler dieser Schule beschrieben wird. Ein Artikel in der Österreichische Gitarre Zeitschrift (Austrian Guitar Journal) stellt ihn als neuen Stern unter den spanischen Gitarrenbauern vor und hebt die Tiefe seiner Bässe, die leuchtenden und gesanglichen Höhen sowie die makellose Innenarbeit hervor, die auf einen ruhigen und sehr sorgfältigen Handwerker schließen lässt.
Die gleiche Quelle verortet Nanclares in einer breiteren Bewegung spanischer Gitarrenbauer und Musiker, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts nach Paris kamen. Manuel Ramirez hatte Ende des 19. Jahrhunderts erwogen, dort eine Werkstatt zu eröffnen. José Gómez Ramirez zog um 1914 nach Paris, und Robert Bouchet baute dort 1946 seine erste Gitarre. Paris war zu dieser Zeit ein bedeutendes Zentrum geworden, an dem spanische Kunsthandwerker und ein europäisches Publikum aufeinandertreffen konnten. Nanclares gehört in diesen Zusammenhang als ein in der Ramirez-Tradition ausgebildeter Spanier, der später in Paris arbeitete. Der Artikel dokumentiert seine Pariser Werkstatt unter der Adresse 144 rue de Foutenay, Vincennes und erwähnt, dass er mindestens bis in die 1950er-Jahre aktiv war.
Über die Gitarre
Dieses Instrument aus dem Jahr 1952 zeigt Nanclares in einer Phase großer Sicherheit und mit einem ausgesprochen klaren Klangideal. Der Steg besitzt verzierte Flügel, die an José Ramirez I erinnern. Der Saitenhalter ist bewusst schlicht gehalten, was der gesamten Gestaltung eine ruhige und konzentrierte Wirkung verleiht. Die Rosette trägt ein feines Mosaik, und eine sehr zarte pluma-Linie begleitet die Einfassungen der Decke. Die Kopfplatte besitzt eine zurückhaltende Eleganz, und die originalen Mechaniken sind erhalten und in sehr gutem Zustand. Das Instrument ist auf der Unterseite der Decke signiert, und das Baujahr 1952 ist klar angegeben.
Der Klang dieser Gitarre ist unverwechselbar und von bemerkenswerter Präsenz. Die Stimmtrennung ist außergewöhnlich, sodass sich Mittelstimmen und Basslinien auch in dichten Strukturen klar abzeichnen. Der Gesamtcharakter ist anmutig und ausgewogen, und zugleich besitzt das Instrument eine so individuelle Farbe, dass man es unter vielen Gitarren sofort erkennt. Die Ansprache ist unmittelbar und reagiert bereits auf leichte Berührungen mit klaren, singenden Tönen. Der dynamische Raum ist weit gefasst. Leises Spiel bleibt warm und definiert, während kräftigerer Anschlag den Klang frei öffnet, ohne Härte und ohne Verlust der Klarheit in den Höhen. Die leichte Bauweise und die Fichtendecke verleihen dem Ton ein schnelles Aufblühen, während der Palisander die Tiefe und die Resonanz der unteren Register festigt. Die Eigenresonanz liegt zwischen Gis und A und wirkt wie eine feine Stütze der Hauptstimme, ohne den Bass zu dominieren. Insgesamt entsteht der Eindruck einer poetischen und sehr artikulationsfreudigen Gitarre, die zu nuanciertem und ausdrucksvollem Spiel einlädt.
Zustand
Dieses Instrument zeigt die Spuren eines langen musikalischen Lebens und wurde sorgfältig restauriert. Die Decke weist mehrere reparierte Risse auf. Je ein Riss links und rechts des Griffbretts wurde mit Spänen gesichert. Ein längerer Riss verläuft entlang des linken Stegflügels, dessen unterer Abschnitt ebenfalls mit Spänen verstärkt wurde. Weitere Deckenrisse wurden geklebt, ohne dass zusätzliche Verstärkung notwendig war. Auch die Zargen zeigen mehrere reparierte Risse. Der Boden weist mehrere gekittete und mit Spänen stabilisierte Risse auf. Sämtliche Restaurierungsarbeiten sind fachgerecht ausgeführt und stabil. Die Schellackoberflächen von Decke und Korpus zeigen eine natürliche Alterung, die dem sorgfältigen Gebrauch entspricht. Die originalen Mechaniken sind voll funktionstüchtig und in sehr gutem Zustand für ihr Alter.









