Pino Daniele — Neapel, der Blues und eine Nylonsaiten-Gitarre
Italien liebte Pino Daniele (1955–2015) als einen seiner größten Singer-Songwriter, aber Gitarristen lieben ihn für etwas Spezifischeres: Er war ein hervorragender Spieler, der die Seele der Nylonsaiten-Gitarre in die Popmusik goss und den Gesang seiner Heimatstadt Neapel mit dem amerikanischen Blues zu einem völlig eigenen Klang verschmolz.
Ein Leben in der Musik: Von Neapel in die Welt
Geboren in Neapel am 19. März 1955, wuchs Pino Daniele in einer der größten Musikstädte der Welt auf — einem Ort, wo europäische klassische Tradition, Volksgesang, amerikanischer Rhythm and Blues und mediterrane Improvisation seit jeher Seite an Seite auf den Straßen und in den Innenhöfen gelebt haben. Er absorbierte all das von Kindheit an, und die Gitarre war sein Hauptinstrument von seinen frühesten musikalischen Jahren an.
Sein Debütalbum, Terra mia (1977), etablierte sofort, was seine künstlerische Identität sein würde: Musik, die gleichzeitig in Neapel verwurzelt und der Welt offen war. Die Kombination des Albums aus neapolitanischen Dialekt-Texten, Blues-Gitarrentechnik, Jazz-Harmonie und mediterranem Rhythmus war etwas wirklich Neues in der italienischen Popmusik — und die Nylonsaiten-Gitarre stand im Mittelpunkt davon.
Der Neapel-Klang: Taramblu und die Nylonsaite
Daniele prägte den Begriff "taramblu" — aus Tarantella, Rumba und Blues — um seine hybride musikalische Identität zu beschreiben, und das Wort erfasst den wesentlichen Charakter seiner Musik mit nützlicher Präzision. Es ist keine Fusion im verdünnten Sinne von Musik, die Oberflächenelemente aus mehreren Traditionen borgt, ohne sie zu verstehen; es ist die Musik eines Spielers, der mehrere Traditionen so vollständig verinnerlicht hatte, dass er sich zwischen ihnen und durch sie bewegen konnte, ohne Selbstbewusstsein.
Die Nylonsaiten-Gitarre war zentral für diese Identität. Ihre Wärme, ihr runder Anschlag, ihre Fähigkeit zu rhythmischem Antrieb und melodischem Singen und ihre natürliche Affinität mit der mediterranen akustischen Umgebung machten sie zum richtigen Instrument für das, was Daniele tat.
Eine Louis-Panormo-Gitarre aus dem 19. Jahrhundert
Unter den klassischen Gitarren, die Daniele besaß und benutzte, sticht eine heraus als bemerkenswertes Zeugnis seiner Verbindung mit den feinsten Traditionen des Gitarrenbaus: eine antike Gitarre, gebaut von Louis Panormo in der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts — ein in London gefertigtes Instrument eines der gefeiertsten Gitarrenbauer der viktorianischen Ära, ihm von seiner Familie übergeben, das er restauriert hatte und auf dem Album Mascalzone Latino verwendete.
Louis Panormo (1784–1862), der Sohn eines sizilianischen Gitarrenbauers, der sich in London niederließ, baute Gitarren im spanischen Stil zu einer Zeit, als die meisten englischen Gitarrenbauer in der englischen oder deutschen Weise arbeiteten. Seine Instrumente sind heute Sammlerstücke allerhöchster Ordnung, geschätzt für ihre feine Konstruktion, ihre klangliche Qualität und ihre historische Bedeutung.
Warum Pino Daniele für die klassische Gitarrenwelt wichtig ist
Danieles Bedeutung für Spieler und Liebhaber der klassischen Gitarre ist nicht in erster Linie musikhistorisch. Seine Bedeutung ist kulturell: Er demonstrierte einem enormen italienischen und internationalen Publikum, dass die Nylonsaiten-Gitarre kein Instrument des Konzertsaals oder des Unterrichtsstudios war, sondern eine lebendige, atmende Komponente der zeitgenössischen Popmusik. Für Millionen von Italienern und Musikliebhabern in aller Welt ist der Klang von Pino Danieles Nylonsaiten-Gitarre der Klang von Neapel: sonnengewärmt, melancholisch, rhythmisch lebendig und zutiefst menschlich. Entdecke die klassische Gitarrensammlung bei Siccas Guitars.
Häufig gestellte Fragen
Spielte Pino Daniele klassische Gitarre?
Ja — die Nylonsaiten-Gitarre war zentral für seinen Stil. Er verwendete klassische Instrumente während seiner gesamten Karriere, darunter eine antike Louis-Panormo-Gitarre aus dem neunzehnten Jahrhundert, die er auf dem Album Mascalzone Latino benutzte.
Was war sein Musikstil?
Eine persönliche Fusion des neapolitanischen Gesangs mit Blues, Jazz und mediterranem Rhythmus, den er "taramblu" nannte — aus Tarantella, Rumba und Blues.
Was ist Terra mia?
Sein Debütalbum von 1977, das als eines der Meilensteinwerke der italienischen Popmusik gilt — ein Werk, das seine Fusion aus neapolitanischem Dialekt, Blues-Gitarre und Jazz-Harmonie einführte.
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