Carlo Domeniconi
Carlo Domeniconi
Carlo Domeniconi wurde 1947 in Cesena geboren und begann im Alter von 13 Jahren sein Gitarrenstudium bei Carmen Lenzi-Mozzani. In dieser Zeit entstanden auch seine ersten Kompositionen. Nach dem Diplom am Konservatorium von Pesaro, das er mit 17 Jahren erwarb, ging er nach Berlin, wo er ein zweites Diplom ablegte. Anschließend studierte er Komposition und unterrichtete von 1969 bis 1992 an der Hochschule der Künste in Berlin. Von 1977 bis 1980 war er zudem der erste Gitarrenlehrer am Konservatorium in Istanbul.
Seine umfassende Kenntnis indischer, arabischer und türkischer Musiktraditionen, einschließlich ihrer rhythmischen und tonalen Systeme, prägte seine charakteristische musikalische Sprache und führte zu einem sehr persönlichen Stil.
Der italienische Komponist und Gitarrist zählt heute zu den bedeutendsten Künstlern seines Fachs. Seine Werke konzentrieren sich vor allem auf die Gitarre und umfassen Kompositionen für Solo, Duo, Trio, Quartett sowie Werke mit anderen Instrumenten oder Stimme. Domeniconi hat mehr als 20 Gitarrenkonzerte geschrieben, etwa zur Hälfte für Sologitarre und zur Hälfte für verschiedene Instrumentalbesetzungen. Zu den am häufigsten aufgeführten Werken gehören das Medium Sweet Guitar Concerto, das Concerto Mediterraneo für zwei Gitarren, das Concerto di Berlinbul für türkische Saz und Gitarre sowie El Trino del Diablo, komponiert für Violine solo, Sprecher, Sopran, zwei Gitarren, Streichquartett, Akkordeon, Klavier, Viola da gamba und Schlagwerk. Letzteres wurde in Berlin zu seinem 50. Geburtstag aufgeführt.
Als Interpret tritt Domeniconi seit mehr als drei Jahrzehnten weltweit mit eigenen Werken auf. Zahlreiche international bekannte Musiker wie David Russell, Alvaro Pierri, John Williams, das LAGQ, Dale Kavanagh, Marco Socías, Pavel Steidel und Shin-ichi Fukuda haben seine Musik in ihr Repertoire aufgenommen. Werke wie Koyunbaba, Variations on an Anatolian Folksong, Hommage à Jimi Hendrix, Toccata in Blue und Sindbad gehören heute zu etablierten Konzertstücken, und mehrere Einspielungen dieser Werke sind erhältlich.
Kritiken über sein Schaffen erschienen unter anderem in Classical Guitar, Le Cahier de la Guitare, Il Fronimo, Gitarre Aktuell, Gitarre und Laute und guitart. Zwei Stimmen dazu:
„Domeniconis Musik sucht wiederholt die Synthese zwischen Ost und West. Er scheint das Wesentliche verschiedener Kulturen aufnehmen und neu erzählen zu können. Eine hypnotische Unausweichlichkeit durchzieht seine Musik.“ — Michel Lydon, Soundboard, 2001.
„Ein Element der Hypnose ist in vielen Werken von Carlo Domeniconi präsent. Gibt man sich ihm hin, wird man seine Musik auf seine Weise genießen; beginnt man sie zu analysieren, fragt man sich, ob sie genug bietet, um westliche Ohren vollständig zu befriedigen.“ — Colin Cooper, Classical Guitar, 2008.







