Luise Walker
Luise Walker
Luise Walker wurde am 9. September 1910 in Wien geboren. Im Alter von acht Jahren entdeckte sie die Gitarre, deren Klang sie sofort faszinierte. Unterstützt von ihren Eltern, die ihr außergewöhnliches musikalisches Talent früh erkannten, entschied sie sich, dem Instrument die Aufmerksamkeit zurückzugeben, die es verdiente. Ihr erster Lehrer war Joseph Zuth, ein wegweisender Vertreter der Gitarrenmusikologie. Weitere Studien folgten am Konservatorium bei Jacob Ortner und Heinrich Albert.
Der katalanische Gitarrist Miguel Llobet, einer der bedeutendsten Schüler Tárregas, trat regelmäßig in Wien auf und war oft zu Gast im Hause Walker. Durch diesen engen Austausch lernte sie zentrale Aspekte der spanischen Gitarrentradition kennen. Sie trat in die Wiener Staatsakademie für Musik ein und schloss bereits mit fünfzehn Jahren mit Auszeichnung ab. Ihr Debüt im November 1925 wurde von erfolgreichen Konzerten in Prag und Berlin gefolgt. Nach einem Auftritt in London 1931 konzertierte sie 1933 erstmals in New York. Im selben Jahr begann sie zahlreiche Konzertreisen im In- und Ausland. 1940 wurde sie zur Professorin für Gitarre am Wiener Konservatorium ernannt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg unternahm sie ausgedehnte Tourneen durch Europa, die Sowjetunion und die USA. Sie veröffentlichte Kompositionen, Bearbeitungen und Studien und nahm mehrere Schallplatten auf. 1956 war sie Jurymitglied beim Internationalen Gitarrenwettbewerb in Genf. 1968 erhielt sie das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst. Eine Supraphon-Aufnahme aus dem Jahr 1972 zeigte ihre ungebrochene künstlerische Qualität. 1989 veröffentlichte sie ihre Autobiografie A Life with the Guitar.







